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Lega dei Ticinesi

Keystone

Der Tessiner Giuliano Bignasca, Gründer, "Präsident auf Lebenszeit" und ehemaliger Nationalrat der Lega dei Ticinesi, zu den Ansichten seiner Partei.

swissinfo: Für welche Werte steht die Lega dei Ticinesi?

Giuliano Bignasca: Die Lega dei Ticinesi kämpft in erster Linie dafür, die Schweiz vor der Invasion anderer, namentlich nicht europäischer, Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zu verteidigen.

Wir wollen die Einwanderungswelle von Europäern eindämmen, mit der uns die Bilateralen Abkommen konfrontiert haben. Sonst wird es viele Schweizer ohne Arbeit geben, vor allem Junge und Leute über fünfzig.

Das ist eines der grossen aktuellen Probleme der Schweiz und des Tessins im Speziellen.

swissinfo: Welches sind die Kernanliegen der Lega?

G.B.: Wir verteidigen die Neutralität. Wir sind nicht für offene Grenzen, weil es so keine Sicherheit gibt.

Wir verteidigen vor allem auch das Militär. Weil wir eine Armee wollen, die im eigenen Land einsatzfähig ist. Und wir verteidigen all jene Traditionen, die gewisse Parteien aufgegeben haben, um bei den ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern zu punkten.

Wir denken nicht, dass die wahren Schweizer Traditionen, wie die 1. August-Feier, verteidigt werden müssen. Bei Resultaten (beispielsweise von Alinghi und letztes Jahr von der Schweizer Fussballnationalmannschaft an der WM) zeigt sich, dass die Schweiz wirklich vereint ist. Es ist diese Stimmung, die es zu verteidigen gilt.

swissinfo: Welches sind die Wahlkampfthemen Ihrer Partei?

G.B.: Die Schlachtrösser? Ganz einfach: Wir sind dagegen, dass die Zölle abgebaut werden. Wir wollen in der Region Mendrisiotto einen Polizeiposten eröffnen. Die Polizei soll nicht in der Kantonshauptstadt Bellinzona zentralisiert werden. Und zwar aus Sicherheitsgründen.

Was die Arbeit betrifft, muss den Grenzgängern Einhalt geboten werden. Wir können nicht akzeptieren, dass in der Schweiz, wo 12’000 Arbeitslose leben, 40’000 Grenzgänger arbeiten. Und wir können auch nicht akzeptieren, dass wir uns von Brüssel zu viele Gesetze und Reglemente diktieren lassen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass sich alle Länder unter dem Joch der Nationalbanken befinden. Und die Nationalbanken verlangen uns Opfer und Sparübungen ab, die zu weit gehen.

Die Nationalbanken sollten nicht unabhängig sein. Sie müssen sich nach der Politik richten, sonst funktioniert es nicht.

swissinfo-Interview: Françoise Gehring
(Übertragen aus dem Italienischen: Corinne Buchser)

Die Lega dei Ticinesi, eine Partei, die ausschliesslich im Tessin tätig ist, wurde 1991 vom Unternehmer Giuliano Bignasca gegründet. Bei einigen sozialen Themen positioniert sich die Lega links, doch bei internationalen Themen und in der Ausländerpolitik politisiert sie weit rechts.

Ihren Erfolg hat die Bewegung hauptsächlich ihrer Kritik am Parteiensystem und an dessen Günstlingswirtschaft zu verdanken.

Seit Beginn der 1990er-Jahre konnte die Lega Erfolge verbuchen und wurde im Tessin zur drittstärksten Kraft. Doch in den letzten Jahren hat sie immer weniger Wählerstimmen und ist heute nur noch mit einem Abgeordneten im Eidgenössischen Parlament vertreten.

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