Mehr Partizipation
Auslandschweizer sollen sich vermehrt am politischen Leben im Inland beteiligen.
Es gehe nicht nur ums Informieren vor den Wahlen, sondern auch um die Wahlchancen von Auslandschweizern.
Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) fordern eine grössere Beteiligung der Auslandschweizer beim Stimmen, Wählen und beim Kandidieren im Inland. «Die Wahlchancen von Bürgerinnen und Bürgern aus der Fünften Schweiz müssen verbessert werden», wünscht sich ASO-Direktor Rudolf Wyder.
Kompliziertes System
Die unterschiedlich hohen Beteiligungen der Auslandschweizerinnen und -schweizer bei Personen-Wahlen einerseits und bei Sachabstimmungen andererseits lassen vermuten, dass es einfacher ist, sich eine Meinung in Sachfragen zu machen als alle vier Jahre zu panachieren, kumulieren oder freie Listen zu benutzen.
«Für Leute, die im Ausland leben, ist es sehr kompliziert, innerhalb des bestehenden Systems zu wählen», sagt Jean-Paul Aeschlimann, ein in Montpellier lebendes ASO-Vorstandsmitglied und ex-Präsident der Frankreich-Schweizer. «Viele unserer Landsleute sind Doppelbürger und wählen auch im anderen Land, wo das Prozedere wiederum ganz anders läuft.»
Öffentlichkeitsarbeit im Inland
Wyder erklärt, dass die ASO neben der Mobilisierung der Auslandschweizer auch vermehrt Öffentlichkeitsarbeit im Inland leistet. Dazu gehöre auch der Kontakt zu den politischen Parteien.
Dies geschehe teilweise beeits mit Erfolg, wie er sagt. Vorerst werde die Schweizerische Volkspartei (SVP) mit mehreren auslandschweizerischen Kandidaten für die Parlamentswahlen antreten, und die Freisinnig-demokratische Partei (FDP) gedenke bald nachzuziehen.
Internet-Umfrage als Novum
Ausserdem laufe eine repräsentative Umfrage von Landsleuten im Ausland mit Hilfe von swissinfo/SRI und dem GfS-Meinungsforschungsinstitut.
Gemäss Wyder verspricht sich die ASO davon sehr viel. Das Novum besteht im Umstand, dass die Umfrage übers Internet läuft. Nur so lasse sie sich überhaupt sinnvoll durchführen. Auch im Inland stosse die Umfrage auf Interesse, weil bekannt sei, dass Auslandschweizer nicht immer gleich stimmen wie Inländer.
swissinfo, Alexander Künzle
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