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Südasien: Schweiz verdoppelt Nothilfe

Das schlechte Wetter erschwert es den Helfern die Hilfsgüter zu den Bedürftigen zu bringen. Keystone

Die Schweiz erhöht ihre Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Pakistan auf 4 Mio. Franken und schickt weitere 100 Tonnen Hilfsgüter.

Angesichts des nahenden Winters bleibt die rasche Verteilung des Materials nach wie vor das grösste Problem.

Pakistan ist nach den verheerenden Erdbeben nach wie vor auf ausländische Hilfe angewiesen. Rund 2 Mio. Menschen sind immer noch obdachlos. Am Dienstag und Freitag werden über 100 Tonnen Schweizer Hilfsmaterial nach der pakistanischen Hauptstadt Islamabad geflogen, sagte Toni Frisch vom Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH).

Frisch hatte sich am Wochenende bei einem Besuch in der Krisenregion im pakistanischen Teil von Kaschmir selbst ein Bild der Lage gemacht. Hauptproblem seien immer noch die fehlenden Unterkünfte für die mindestens zwei Millionen Obdachlosen nach dem Erdbeben, sagte er.

Bei Wintereinbruch müssten die Menschen ein Dach über den Kopf haben. Die Schweiz schickt deshalb neben Lebensmitteln auch beheizbare Unterkünfte, Öfen und Wolldecken nach Kaschmir.

Transportprobleme

Grosse Probleme stellen sich den Hilfsteams durch die grösstenteils zerstörten oder verschütteten Strassen. «Viele Orte sind auch jetzt noch nur mit Helikoptern und zu Fuss zu erreichen», sagte Frisch.

Neben Helikoptern stünden bis zu 30 Maultiere im Einsatz, die bereits 20 Zelte und 180 Wolldecken ins abgeschnittene Kagan-Tal gebracht hätten.

Hilfeleistungen nicht ausreichend

Laut dem SKH-Leiter würden eigentlich 300 bis 400 Mio. Fr. für die Soforthilfe benötigt. Angesichts dessen sei die bisherige internationale Hilfe zu klein. «Es ist die traurige Wahrheit: Dort, wo die Medien vor Ort sind, ist meist auch die internationale Hilfe grösser», sagte er.

Derzeit werde eine Geberkonferenz organisiert, die in der kommenden Woche stattfinden soll. Zeitpunkt und Ort seien aber noch unklar. Die Schweiz beabsichtigt, Pakistan auch längerfristig Hilfe beim Wiederaufbau zu leisten. «Ein Entscheid darüber wird in den nächsten Tagen fallen», kündigte Frisch an.

Zusammenarbeit mit Partnern

In der Nothilfe arbeitet die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) mit dem Verteidigungsdepartement (VBS) und dem Roten Kreuz zusammen. Auch die Caritas stockt ihre Hilfe auf 300’000 Franken auf.

Die Schweiz hat bereits Nothilfe über 2 Mio. Fr. für Pakistan geleistet. Die DEZA-Nothilfe wird mit dem DEZA-Büro vor Ort und mit lokalen Partnern koordiniert.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) führt einen Hilfsgütertransport durch. Am Dienstag werden 31 Tonnen Hilfsgüter nach Islamabad transportiert.

Es handelt sich dabei um 200 heizbare Familienzelte, 500 schwere Plachen für Notunterkünfte, 2700 Wolldecken und 3000 Haushaltssortimente. Die Lieferung hat einen Wert von 570’000 Franken (inklusive Transport).

Ein Viertel des Frachtvolumens des vom SRK gecharterten Flugzeugs steht für Hilfsgüter der DEZA zur Verfügung.

Die SRK-Hilfsgüter werden vor Ort durch die Internationale Föderation der Rotkreuzgesellschaften verteilt.

swissinfo und Agenturen

Das Erdbeben soll bis 80’000 Tote gefordert haben.
Bisher hat die UNO Hilfsversprechen für 50 Mio. Dollar erhalten, nachdem sie vor einer Woche einen Appell für 272 Mio. Dollar lanciert hatte.
Die grössten Unterstützungen kommen aus Grossbritannien (17,5 Mio. Dollar), Schweden (10,1 Mio.), Kanada (8,5 Mio.), den Niederlanden (7,8 Mio.), Deutschland (3,9 Mio.) und Australien (3,8 Mio.).
Dazu kommen noch Zuwendungen in Naturalien und bilateralen Direkthilfen.
Pakistan rechnet für den Wiederaufbau mit Kosten von 5 Mrd. Dollar.

Die Schweizer Glückskette hat ihr Spendenkonto für die Opfer des schweren Erdbebens in Kaschmir geöffnet.
Konto-Nr. 10-15’000-6
Vermerk: Erdbeben Kaschmir

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