SVP Graubünden klar hinter Widmer-Schlumpf
Die Delegierten der Schweizerischen Volkspartei (SVP) Graubünden lehnen den Ausschluss von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf praktisch einstimmig ab. Nun wird es zu einem Ausschlussverfahren gegen die Kantonalpartei kommen.
Die Abstimmung hatte konsultativen Charakter. Es lag kein Antrag vor, Widmer-Schlumpf auszuschliessen. Die Junge SVP Graubünden hatte einen solchen Antrag angekündigt, blieb aber der Versammlung mehrheitlich fern.
Die kompromisslose Ausgrenzung und die Hetzkampagne gegen Widmer-Schlumpf durch die SVP Schweiz sei zutiefst undemokratisch und unschweizerisch, kritisierten zahlreiche Delegierte.
Bereits vor zwei Wochen hatte sich die Geschäftsleitung einstimmig gegen einen Ausschluss ausgesprochen. Die SVP Schweiz hatte ihre Bündner Kantonalsektion ultimativ aufgefordert, den Ausschluss bis am 30. April zu vollziehen.
Widmer-Schlumpf bekräftigte einmal mehr, sie trete nicht aus der Partei aus, die seit mehr als 30 Jahren ihre politische Heimat sei.
Die SVP Schweiz wird nun wie angekündet das Ausschlussverfahren gegen die Kantonalsektion einleiten. Die nationale Parteileitung strebt die Gründung einer neuen Bündner SVP-Sektion an.
«Soll Bundesrätin Widmer-Schlumpf in der Schweizer Regierung bleiben?» fragte swissinfo die Leserschaft zwischen dem 11. und 21. April 2008.
An der nicht repräsentativen Umfrage beteiligten sich 1020 Personen.
Das Resultat: 669 (65,4%) sagten Ja, 354 (34,6%) Nein.
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