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Schweizerinnen und Schweizer bevorzugen zunehmend alternative Sparmöglichkeiten

Trotz Erhöhung der Geldzinssätze: Für die klassischen Sparkonten werden in der Schweiz nach wie vor Zinssätze von lediglich 1 bis 1,5 Prozent angeboten. Die Folge davon: wer über Ersparnisse verfügt, sucht sich andere, lukrativere Anlageformen.

Dieser Inhalt wurde am 14. Februar 2000 - 08:39 publiziert

Von den jüngsten Erhöhungen der Zinssätze haben die Inhaberinnen und Inhaber von Ersparnissen in der Schweiz bislang nicht profitiert. Für die klassischen Sparkonten werden nach wie vor Zinssätze von 1 bis 1,5 Prozent angeboten. Die Folge davon: wer über Ersparnisse verfügt, sucht sich andere, lukrativere Anlageformen.

"Die Zinssätze der Sparkonten sind traditionell weniger volatil als die übrigen Sätze; vor allem passen sie sich weniger schnell nach oben als nach unten an", erklärt Bernard Lambert, Ökonom bei der Genfer Privatbank Pictet & Cie.

Die kurzfristigen Geldzinssätze sind in den letzten sechs Monaten von 1,1 Prozent auf 2,25 bis 2,3 Prozent angestiegen. Das ist eine Erhöhung um mehr als 100 Basispunkte. Doch davon haben die Inhaberinnen und Inhaber von Sparkonten nichts gemerkt.

Die Situation könnte sich aber bald ändern. "Es besteht natürlich ein starker Druck nach oben", sagt etwa Christian Frey, Ökonom bei der Grossbank UBS. "Doch was die Ersparnisse betrifft, haben wir noch keinen Entscheid getroffen."

Eine Erhöhung zeichnet sich ab

Ähnlich tönt es bei der Credit Suisse: "Wir haben noch nichts entschieden", sagt CS-Pressesprecherin Ruth Stadelmann. "Aber wenn sich die Situation weiter so entwickelt wie seit letzten September, dürfte eine Erhöhung bald stattfinden."

"Dies bestätigt auch UBS-Ökonom Christian Frey; "Eine Erhöhung könnte sich gegen Mitte Jahr abzeichnen." Zurückhaltender gibt sich demgegenüber die Waadtländer Kantonalbank. "Wir beobachten den Markt aufmerksam", sagt Generaldirektor Bernard Krähenbühl.

Gleichzeitig wiegelt Krähenbühl ab. "Selbst wenn die Aufwärtsbewegung in den nächsten Monaten fortgesetzt werden würde", so der Generaldirektor, "würde sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte wohl wieder beruhigen."

Die Folgen sind offensichtlich: Wer über Ersparnisse verfügt, sucht sich andere, lukrativere Anlageformen. Zwar versuchen die Banken mittels speziellen Bedingungen die Kontoinhaber bei der Stange zu behalten. Gleichzeitig bieten sie aber eine Vielzahl von Fondsanlagen an, die alle um einiges profitabler sind, als die klassischen Sparkonten.

Sogar Kassenobligationen sind gegenwärtig attraktiver. Ihre Zinssätze folgen beinahe unmittelbar den Leitzinsen der Zentralbanken. Für eine Kassenobligation mit einer Laufzeit von zwei Jahren bietet die beispielsweise die UBS einen Zinssatz von 2,75 Prozent. Bei den Kantonalbanken von Zürich und Freiburg sind es noch 2,5 Prozent.

Klassische Ersparnisse im Sinkflug

Die mageren Zinserträge und die Entwicklung der profitableren Fonds haben mittlerweile Auswirkungen auf die Ersparnisse in der Schweiz. Nach den neusten statistischen Zahlen der Schweizerischen Nationalbank nahmen die Ersparnisse 1998 erstmals seit zehn Jahren wieder ab.

Im Dezember 1998 belief sich die Anzahl der Sparkonten auf 15,5 Millionen Konten. Das sind rund 150'000 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig sanken die Ersparnisse um 3,2 Milliarden Franken auf 234,3 Milliarden Franken. Das bedeutet eine Abnahme um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Demegegenüber haben die Lebensversicherungen als Anlageform an Attraktivität gewonnen. Allein 1998 wuchs das Prämienvolumen im Bereich Lebensversicherungen laut Bundesamt für Privatversicherungswesen um satte 13 Prozent.

Schlussfolgerung: Die Schweizerinnen und Schweizer sparen nicht weniger, sondern nur auf eine andere Art.

SRI und Agenturen

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