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Sicherheitsforum mit hochkarätiger Besetzung

Die Suche nach Massenvernichtungs-Waffen - eine grosse Herausforderung für Inspektoren (Bild: Vereinte Nationen)

Terrorismus-Bekämpfung, menschliche Sicherheit und Kampf gegen Massenvernichtungswaffen stehen ab Montag im Zentrum des 6. Internationalen Sicherheitsforums in Montreux.

Die Schweiz organisiert die Konferenz im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in der Partnerschaft für den Frieden.

An der dreitägigen Konferenz am Genfersee, die bis am Mittwoch dauert, werden 480 Abrüstungspolitiker, Militär- und Sicherheits-Experten aus 56 Ländern teilnehmen. Die Liste der 140 Rednerinnen und Redner wird von Hans Blix, dem ehemaligen Leiter der UNO-Waffenkontrollkommission in Irak, angeführt.

Weitere namhafte Teilnehmerin ist Friedensnobelspreis-Trägerin Jody Williams. Neben El Kaida-Spezialist Rohan Gunaratna werden aus Schweizer Sicht unter anderem Walter Fust, Leiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), und Armeechef Christophe Keckeis in Montreux dabei sein.

Netzwerk

"Das Forum bietet Expertinnen und Experten verschiedener Sparten die einmalige Gelegenheit, Meinungen und Analysen auszutauschen", sagte Jacques-Henri Addor vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) bei der Präsentation des Tagungs-Programms.

Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz ist Teil des Schweizer Beitrages zur Partnerschaft für den Frieden. Sie wird vom Genfer Zentrum für die Demokratische Kontrolle der Streitkräfte (DCAF) organisiert.

"Die Schweiz ist ein Land, das auf Friedensbemühungen spezialisiert ist", so Addor weiter. Die Tagung passe daher bestens in diese Rolle.

DCAF-Leiter Theodor Winkler teilte die Sicht Addors: "In Montreux treffen Militärs auf Experten des humanitären Völkerrechts und Politiker auf Akademiker, das fördert Lösungsansätze, die verschiedene Richtungen abdecken."

Irak-"Irrtum" der USA

Hans Blix wird am Montag in seinem Referat eine Analyse des Irak-Konflikts präsentieren. Darin stellt er die These auf, dass vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein Propagandamanöver inszeniert wurde. Die Behauptung der USA, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen, ist Blix' Meinung nach die "Mutter aller Fehlurteile" - über 90% der Waffen in Irak seien bereits 1991 zerstört worden.

Prävention

Der schwedische Ex-Waffeninspektor wird weiter ein Modell vorstellen, wie künftig ähnliche Konflikte gelöst werden könnten. Im Zentrum stehen Möglichkeiten, mit denen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen unterbunden werden könnte.

Jody Williams berichtet über die "unvollendete Erfolgsstory" des Verbots von Antipersonenminen. Gunaratna, ein Wissenschafter aus Singapur, erörtert Fragen im Zusammenhang mit dem von den USA erklärten "Krieg gegen den Terrorismus", der die traditionelle, auf Polizeiarbeit gerichtete Antwort auf terroristische Gewaltakte ersetzt.

Minister und Generalsekretäre

Unter den teilnehmenden Politikern sind der Präsident von Serbien, Boris Tadic, und die Verteidigungsminister von Mazedonien und Rumänien, Vlade Buchkovski und Ioan Pascu. Zu den Vertretern internationaler Organisationen zählen Amr Mussa, Generalsekretär der Arabischen Liga, UNICEF-Direktorin Carol Bellamy und OSZE-Generalsekretär Jan Kubis.

Neben Vertretern von Think Tanks nehmen auch solche des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Kampagne gegen Landminen (ICBL) am Forum teil.

swissinfo, Anna Nelson in Genf
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

Fakten

Das alle zwei Jahre stattfindende Internationale Sicherheitsforum fand erstmals 1994 statt.
Die Teilnehmerzahl (heuer knapp 500 Personen) hat sich in dieser Zeit verdoppelt.
Die Konferenz findet abwechslungsweise in den Regionen Zürich und Genf statt.

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In Kürze

Gastgeberin der Konferenz sind das Schweizer Aussen- und das Verteidigungsministerium.

Ziel des Forums ist die Förderung von Gespräch und Zusammenarbeit in Fragen der globalen Sicherheit.

An der Konferenz diskutieren Militärs, Wissenschafter und Entwicklungsexperten über Themen wie Terrorismus, aber auch Naturkatastrophen.

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