Deckeneinsturz Gretzenbach: Prozess eröffnet
Sechs Jahre nach dem grössten Schweizer
Feuerwehrunglück mit sieben Toten müssen sich seit Montag fünf Angeklagte vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Ende 2004 war beim Löscheinsatz in Gretzenbach, Solothurn, eine Tiefgarage eingestürzt.
Zum Prozessbeginn hatten die vier Verteidiger der Angeklagten den Abbruch des Prozess und ein neues unabhängige Expertengutachten gefordert. In der Anklageschrift würden verjährte und nicht verjährte Straftatbestände vermischt. Das dreiköpfige Amtsgericht lehnte diese Anträge ab.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn wirft allen fünf Angeklagten zudem fahrlässiges Verursachen eines Einsturzes sowie fahrlässige Körperverletzung vor. Die Strafanträge wird der Staatsanwalt im Verlauf des Prozesses stellen.
Bei den Angeklagten handelt es sich um einen Ingenieur und dessen Vorgesetzten, um die beiden Bauherren sowie um einen Bauleiter. Sie sind zwischen 58 und 84 Jahre alt. Einer der Angeklagten liess sich vom Prozess aus gesundheitlichen Gründen freistellen. Er wird von seinem Anwalt vertreten.
Beim Einsturz der Decke einer unterirdischen Einstellhalle in Gretzenbach waren am frühen Samstagmorgen, am 27. November 2004 sieben Feuerwehrmänner ums Leben gekommen. Die getöteten Männer waren zwischen 27 und 42 Jahre alt. Drei weitere Feuerwehrleute erlitten Verletzungen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Angeklagten vor, der Einsturz sei «für einen durchschnittlich gebildeten und befähigten Baufachmann» vorhersehbar gewesen.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch