Sprachkurse in Zürich sind bei Ukraine-Geflüchteten weniger gefragt
Im Kanton Zürich sind deutlich mehr Geflüchtete beim Einstieg ins Berufsleben unterstützt worden als noch in den vergangenen Jahren. Besonders stark ist die Zunahme bei Menschen aus der Ukraine. Gleichzeitig besuchten weniger von ihnen Sprachkurse.
(Keystone-SDA) 2116 Personen mit Schutzstatus S erhielten im vergangenen Jahr Unterstützung bei der Arbeitssuche und beim Einstieg ins Berufsleben. Das waren 39 Prozent mehr als 2024, wie aus dem Bericht 2025 der Fachstelle Integration des Kantons Zürich hervorgeht.
Damit haben mehr als die Hälfte der Ukraine Geflüchteten, die 2022 in die Schweiz kamen, Ende 2025 eine Arbeit. Die Quote lag bei 51,4 Prozent und damit über dem Ziel des Bundesrates von 50 Prozent.
Auch bei anderen Geflüchteten nahm die Unterstützung zu. 1624 Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich wurden auf dem Weg in den Arbeitsmarkt begleitet, rund ein Drittel mehr als im Vorjahr.
Unterstützt werden sie dabei mit Jobcoachings. Diese helfen bei der beruflichen Orientierung, bei Bewerbungen oder bei der Stellensuche. Im vergangenen Jahr nutzten 1155 Personen mit Schutzstatus S ein solches Coaching und 782 der übrigen Geflüchteten.
«Viele können inzwischen Deutsch»
Weniger besucht werden hingegen die Sprachkurse. Eine Sprachförderung nahmen 2025 nur noch 5009 Geflüchtete aus der Ukraine in Anspruch. Das sind 500 weniger als im Vorjahr.
Die Fachstelle nennt als Grund, dass viele inzwischen genügend Deutsch können und sich stärker auf Ausbildung und Arbeit konzentrieren.
Bei den übrigen Geflüchteten blieb die Zahl der Sprachkurse mit 4417 Teilnehmern stabil.
Allerdings bedeutet eine Stelle nicht automatisch, dass jemand ohne Sozialhilfe auskommt, wie der Bericht zeigt. Die Einkommen seien häufig zu niedrig. Zudem wechseln viele Geflüchtete ihre Stelle. Entscheidend sei deshalb nicht nur, eine Arbeit zu finden, sondern längerfristig eine stabile und ausreichend bezahlte Beschäftigung zu haben.