Staatsdiner in Lausanne

Am Samstag Abend speisen hier zahlreiche Staatsoberhäupter. beau-rivage

Am Abend vor der offiziellen Eröffnung des G-8-Gipfels gibt die Schweiz ein Galadiner.

Dieser Inhalt wurde am 31. Mai 2003 - 14:07 publiziert

Sechs Bundesräte und zwölf Regierungschefs aus Schwellen-Ländern nehmen daran teil. Eine Gelegenheit für bilaterale Gespräche.

Die Schweiz beherbergt während des Weltwirtschafts-Gipfels in Evian die Delegationen aus den Schwellen- und Entwicklungs-Ländern. Bundespräsident Pascal Couchepin hat deren Staats- und Regierungschefs am Samstagabend zu einem offiziellen Staatdsdiner eingeladen.

Die Gäste werden in den Genuss zweier offizieller Reden der Schweizer Regierung kommen: Neben dem Bundespräsidenten wird auch Kommunikations-Minister Moritz Leuenberger sprechen.

Letzterer will die Gelegenheit nutzen und auf den UNO-Gipfel zur Informations-Gesellschaft im Dezember in Genf hinweisen.

Einheimisches auf der Menu-Karte

Was werden die Gäste aus den Entwicklungsländern speisen? "Natürlich wird es einheimische Küche geben", sagt Livio Zanolari, der Pressesprecher des Aussenministeriums, gegenüber swissinfo.

"Es werden Spargeln, Fisch, Kalbfleisch und ein Dessert mit Namen 'Glacier-Express' serviert", so Zanolari weiter. Über den Wein konnte der Pressesprecher nichts sagen.

Finanzminister fehlt

Alle Bundesräte ausser Finanzminister Kaspar Villiger finden sich zum Empfang. "Es wurde beschlossen, dass nicht der Gesamt-Bundesrat nach Lausanne reist", erklärt Daniel Eckmann, Sprecher des Finanz-Ministeriums (EFD), gegenüber swissinfo.

Angesichts der aktuellen Belastung von Bundesrat Villiger sei die Wahl auf ihn gefallen. Dass ausgerechnet der Finanzminister bei einem Anlass rund um den Weltwirtschaftsgipfel fehlt, findet Eckmann nicht fragwürdig.

"Die Schweiz gehört ja nicht zu den G-8, und ausserdem wird an jenem Abend wohl kaum über Finanzen gesprochen", ist Eckmann überzeugt.

Volle Tafel, leere Versprechungen

Eines der Hauptprobleme der Entwicklungsländer ist ihre Verschuldung. 1996 startete die damalige G-7 eine Initiative zur Entschuldung der ärmsten Länder. Diese sieht die Reduzierung der Schuldenlast von 38 Ländern um knapp 40 Mrd. Dollar vor. Laut der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke hat sich jedoch diesbezüglich seit 1996 nicht viel bewegt.

Auch der Gesundheitsfonds, für den der G-8 vor zwei Jahren in Genua über 1 Mrd. Franken bereitstellen wollten, sei bereits einige Male mangels Zahlungen vor dem Aus gestanden.

Die Liste der von der G-8 gemachten und bisher nicht eingehaltenen Versprechungen lässt sich durch ein weiteres Beispiel ergänzen: Den Bildungsbereich.

Letztes Jahr seien über 500 Mio. Franken zur Bekämpfung der Bildungskrise versprochen worden. Bis zu diesem Frühjahr sind laut den Schweizer Hilfswerken weniger als 20% dieser Gelder geflossen.

Unterwanderung der UNO

Geladen zum Schweizer Empfang sind auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan und Vertreter grosser Nichtregierungs-Organsiationen.

Letztere gehören seit Jahren zu den Kritikern von Anlässen wie Weltwirtschafts-Forum oder G-8-Gipfel.

Auch die Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke macht regelmässig aufmerksam auf den exklusiven Klub-Charakter solcher Vereinigungen.

Insbesondere befürchtet sie eine Unterwanderung der UNO und fordert den Bundesrat deshalb auf, sich für eine Stärkung dieser Institution einzusetzen.

Feu au Lac

Am Samstagsabend organisieren linke Organisationen und Bürgerbewegungen zudem einen Anlass der etwas anderen Art geben: Rund um den Genfersee werden rund 50 Protestfeuer angezündet.

Damit wollen linke Organisationen und Bürgerbewegungen ihren Widerstand gegen den G-8-Gipfel symbolisch zum Ausdruck bringen.

Am Abend werden die bis zu 10 Kubikmeter grossen Holzhaufen in Brand gesetzt. Vielerorts gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Musik, Verpflegungsmöglichkeiten und Diskussionsrunden.

swissinfo, Elvira Wiegers

In Kürze

Die Schweiz beherbergt während des G-8-Gipfels die Delegationen aus den Entwicklungs-Ländern.

Die Schweizer Regierung hat am Samstagabend 12 Staatschefs aus Entwicklungs-Ländern zu einem offiziellen Staatsdiner eingeladen.

Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan und Vertreter grosser Nichtregierungs-Organisationen werden teilnehmen.

Bundespräsident Psacal Couchepin und Kommunikations-Minister Moritz Leuenberger werden offizielle Reden halten.

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