Das sind die sechs beliebtesten Städte der Auslandschweizer in Europa
In fast jedem Land der Welt leben Bürgerinnen und Bürger aus der Schweiz. Die meisten jedoch leben in den Nachbarländern, insbesondere in den europäischen Grossstädten.
Die Zahl der Auslandschweizer:innen ist im Jahr 2025 weiter gestiegen: 838’600 Schweizerinnen und Schweizer leben mittlerweile ausserhalb der Landesgrenzen, was laut Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) einem Anstieg von 1,4% (+11’900 Personen) gegenüber dem Vorjahr entspricht.
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Städte neu in der Statistik
Bislang erfasste die Statistik der Auslandschweizer:innen deren Verteilung nach Ländern und Konsularbezirken. Zum ersten Mal hat das BFS nun Zahlen zu den Grossstädten der Nachbarländer zusammengestellt, in denen Schweizer:innen leben. Diese Städtestatistik soll ab dem nächsten Jahr auf weitere europäische Länder ausgeweitet werden.
So zeigt sich, dass die Hauptstädte Frankreichs und Deutschlands die beliebtesten Städte der Diaspora sind, gefolgt von anderen Hauptstädten, aber nicht nur.
Paris – die klassische Auslanddestination
Mit rund 11800 Personen leben in der französischen Hauptstadt mehr Schweizer:innen als in jeder anderen Stadt der Schweizer Nachbarländer.
Paris vereint vieles, was den Schritt ins Ausland erleichtert: geografische Nähe, kulturelle Vertrautheit und gleichzeitig ein globales Umfeld. Als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum bietet die Stadt an der Seine zahlreiche Arbeitsplätze in internationalen Konzernen und Organisationen, in der Modebranche oder in der Kulturwirtschaft. Auch die zahlreichen Universitäten der französischen Hauptstadt sind für Schweizer:innen attraktiv.
Gewiss lebt auch in Lyon, der drittgrössten Stadt Frankreichs, eine beachtliche Anzahl Schweizer Staatsangehörige. Mit den nun vorliegenden Zahlen lässt sich dies jedoch nicht genauer aufschlüsseln.
Berlin – Magnet für Kreative und Gründer:innen
Berlin hat sich in den letzten Jahren zu einem Hotspot für junge Schweizer:innen entwickelt. Rund 8000 Auslandschweizer:innen leben hier.
Die deutsche Hauptstadt punktet mit einer dynamischen Start-up-Szene, vergleichsweise moderaten Lebenshaltungskosten und einem internationalen Flair.
Gerade für Menschen aus der Tech- und Kreativbranche ist Berlin oft attraktiver als die klassischen Schweizer Wirtschaftszentren wie Zürich, Basel oder Genf.
Mailand – Wirtschaftszentrum mit Nähe zur Schweiz
Mailand ist für viele Schweizer:innen eine naheliegende Wahl: Die Stadt ist gut erreichbar und wirtschaftlich stark. Rund 6800 Auslandschweizer:innen leben in der norditalienischen Metropole.
Die Stadt ist das Finanz- und Modezentrum Italiens und zieht entsprechend Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Branchen an. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zur Schweiz – geografisch wie kulturell – eng.
Wien – hohe Lebensqualität im Herzen Europas
In Wien haben sich etwa 4500 Schweizerinnen und Schweizer niedergelassen.
Die österreichische Hauptstadt gilt seit Jahren als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweitExterner Link. Sie gilt als besonders attraktiv für Familien, verbindet ein breites kulturelles Angebot mit gut ausgebauter Infrastruktur und einem internationalen Umfeld. Auch sprachlich gestaltet sich der Einstieg für Schweizer:innen oft einfacher als in vielen anderen Ländern.
München – Die wohlhabende Nachbarin
Mit rund 4400 Schweizer:innen zählt auch München zu den Top-Destinationen.
Die Stadt liegt nahe an der Schweizer Grenze, ist wirtschaftlich stark und besonders in den Bereichen Industrie, Technologie und Dienstleistungen ein führender Standort.
Für viele gilt München als eine Art «sanfter Schritt» ins Ausland. Allerdings gehört die bayrische Hauptstadt, vor allem was die Mieten betrifft, zu den teuersten Städten Deutschlands.
Rom – zwischen Tradition und internationalem Umfeld
In Rom leben rund 3665 Schweizerinnen und Schweizer.
Die italienische Hauptstadt ist eng mit dem Vatikan verbunden. Seit Jahrhunderten prägen Institutionen wie die Päpstliche Schweizergarde die Schweizer Präsenz vor Ort.
Einige Schweizer:innen arbeiten in Einrichtungen des Vatikans, etwa in Medien und Kommunikation oder in diplomatischen Aufgaben. So verbindet Rom historische Beziehungen mit einer internationalen Tätigkeit.
Europa beherbergt mit 538’600 Personen weiterhin die weltweit grösste Gemeinschaft von Schweizerinnen und Schweizern, 64% der gesamten Diaspora leben auf diesem Kontinent.
Zwischen 2024 und 2025 stieg die Zahl der Schweizer Staatsangehörigen in allen Ländern Europas an, wobei der Anstieg in Liechtenstein (+6,4%) besonders ausgeprägt war, gefolgt von Spanien (+3,1%) und Österreich (+2,1%). Im kleinen Fürstentum machen die 5600 Schweizerinnen und Schweizer sogar 14% der Gesamtbevölkerung aus, wie das BFS feststellt.
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Die Grenzregionen dominieren
Ein Viertel aller Auslandschweizer:innen (212’400 Personen) lebt in Frankreich.
Die meisten davon, 50’800, wohnen im französischen Département Haute-Savoie, das zum Konsularbezirk der Stadt Lyon gehört. Auch andere französische Grenzregionen weisen eine grosse Zahl von Schweizer Staatsangehörigen auf, wie beispielsweise die Departements Ain (18’100), Haut-Rhin (17’000) und Doubs (14’500).
Auch die geografisch nahe der Schweiz gelegenen deutschen Regionen wie Lörrach (5100), Waldshut (4300) und Konstanz (3000) sind beliebte Wohnorte.
Editiert von Balz Rigendinger
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