Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Lange war die SVP, die grösste Partei im Land, im Sinkflug. Jetzt hat sie einen neuen Feind ausgemacht: die Linken und Grünen in den Städten. Und das mitten in der Pandemie.
Viele Grüsse aus Bern und bleiben Sie gesund!
Die Schweizerische Volkspartei hat ein neues Feindbild: die linken Städterinnen und Städter.
Ausländer, kriminelle Ausländer, Muslime, Ex-Jugoslawen, «Sozialhilfe-Schmarotzer», Linke und Nette: Nach diesen Gruppen schiesst die SVP, trotz historischer Wahlniederlage 2019 immer noch grösste Partei im Land, jetzt auf die Menschen in den Städten.
Die freie Schweiz müsse gegen die links-grünen Städte verteidigt werden, sagte SVP-Präsident Marco Chiesa in seiner Ansprache zum 1. August.
Ironie: Zum Nationalfeiertag appellierte Bundespräsident Guy Parmelin – er ist Mitglied der SVP – an das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in der Schweiz.
Chiesas Kampfansage sorgt – wie wohl erwünscht – allenthalben für Kopfschütteln. «Was zum Teufel reitet die SVP, am 1. August eine solche Rede zu halten?», fragte Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.
In der Tat: In Zeiten der noch lange nicht überstandenen Corona-Krise einen Keil in die ohnehin vielfältige Bevölkerung in der Schweiz zu treiben, mutet gefährlich, ja absurd an. Doch offenbar hat die zuletzt schlingernde Partei ihr neues Kampfgebiet für die Wahlen 2023 entdeckt.
- Warum die SVP jetzt auf die Städte eindrischtExterner Link
- Gut für die SVP, schlecht für die SchweizExterner Link
- Städter schlitzen Landbevölkerung aufExterner Link – Tweet von Satiriker Viktor Giacobbo
- «So werden wir eine Fünf-Prozent-Partei»Externer Link – Chiesas Frontalangriff ist selbst innerhalb der Partei umstritten, wie der Blick meldet.
Referendum Nr. 2 gegen das Covid-Gesetz stand in Windeseile. Jetzt wollen die Massnahmen-Kritiker ihren Einfluss auf die Schweizer Politik ausbauen.
187’000 Unterschriften in knapp einem Monat: Schneller als der Verein «Freunde der Verfassung» sammelte noch kaum eine Organisation Unterschriften. Nötig gewesen wären 50’000 Unterschriften innerhalb von 100 Tagen.
Mit ihrem neuerlichen Referendum wollen sie die Medienförderung im neuen Covid-Gesetz des Parlaments zu Fall bringen. Mit einem ersten Referendum waren sie am 13. Juni gescheitert.
Die Mitgliederzahl des Vereins wird mit über 12’000 angegeben – das ist mehr als beispielsweise jene der Grünen oder der Grünliberalen. «Es braucht eine neue politische Kraft, welche sich dem Staat entgegensetzt», sagt jetzt Vereins-Sprecher Michael Bubendorf. Hat die Schweizer Polit-Landschaft schon bald eine neue Partei?
- Gründen Massnahmen-Kritiker eine eigene Partei?Externer Link
- Journalist infiltriert Gruppe von Verschwörungstheoretikern in der RomandieExterner Link – Bericht im Wissenschaftsmagazin higgs.ch über Kreise, die sich gegen die Swisscovid App wendeten.
- Skeptiker liegen oft falsch, ein Verbrechen ist das nichtExterner Link
Trotz andauernder Pandemie kehrt ein grosses Stück Sommer-Normalität zurück – mit dem 74. Filmfestival von Locarno, das morgen startet.
Es ist auch das Comeback der legendären Piazza Grande mit der grössten Freiluft-Leinwand der Welt. Doch diesmal ist etwas anders: Die Zuschauerinnen und Zuschauer auf der bis zu 8000 Personen fassenden Piazza Grande müssen ein Covid-Zertifikat vorweisen, also einen Impf-Nachweis.
Doch das ist nicht die einzige Premiere: Erstmals läuft die Nummer vier der internationalen Festival-Klassiker unter dem neuen künstlerischen Direktor Giona A. Nazzaro.
Gemäss seiner Vorliebe für Science-Fiction, Dystopien und Katastrophen drücken diese Film-Genres dem diesjährigen Programm den Stempel auf.
- Locarno 74: Die Rückkehr der Grossleinwand
- «Nostalgie ist nicht erlaubt» – unser Interview mit dem neuen Festival-Direktor Giona A. Nazzaro von März 2021.
- #LocarnoCloseup – unser Schwerpunkt zum diesjährigen Filmfestival Locarno.
Er zählte zu den besten Fotografen und Filmemachern der Schweiz – und dennoch kennt kaum noch jemand seinen Namen: Ernst A. Heiniger.
Der Thurgauer, der zuletzt in Los Angeles gelebt hatte, wird jetzt, fast 30 Jahre nach seinem Tod 1993, mit einer grossen Retrospektive geehrt.
Als Heiniger seinem Vater eröffnete, er wolle Künstler werden, gab ihm dieser eine Tracht Prügel. Was seinen Wunsch nur noch verstärkte.
Als Fotograf bereiste er Anfang der 1930er-Jahre die Sowjetunion. Mit seinen Werken machte er einen Filmmogul auf sich aufmerksam: Walt Disney.
Zwei Filme, die Heiniger für Disney drehte, gewannen einen Oscar. Ein Film, den Zehntausende Schweizerinnen und Schweizer gesehen haben, lief neun Jahre über seinen Tod hinaus: «Swissorama», der 360-Grad-Film, eine der Attraktionen des Verkehrshauses Luzern, der dort bis 2002 lief.
- Ernst A. Heiniger: Good Morning, World! – Beitrag von swissinfo.ch-Fotograf und Bildredaktor Thomas Kern.
- «Bitte macht keine Heldin aus mir» – unser Beitrag über die Schweizer Fotografin Pia Zanetti.
- Ein Schweizer, die Oscars und Walt Disney – Wer war Filmemacher Ernst A. Heiniger?Externer Link Aktueller Beitrag vom Schweizer Fernsehen SRF.
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