Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Schweizer Fussballerinnen spielen im Moment des Releases von diesem Briefing um die WM-Quali. Sie sind im Gegensatz zu Shaqiri & Co. so schlecht bezahlt, dass sie Nebeneinkünfte suchen.
Herzliche Grüsse aus dem Homeoffice
Alisha Lehmann, eine der talentiertesten Schweizer Fussballspielerinnen, verdient das meiste Geld als Influencerin.
Als Fussballerin kann Alisha Lehmann von den Gehältern von Shaqiri, Xhaka und Sommer nur träumen. Dabei ist die 22-jährige, die für ihre Schnelligkeit auf dem Platz bekannt ist, eine äusserst erfolgreiche Sportlerin.
Lehmann ist spielt regelmässig im Schweizer Nationalteam und dribbelt seit Januar in der englischen Premier League bei Everton. Nur: Reich wird sie damit nicht.
Anders als auf dem Fussballplatz muss sie auf Instagram finanziell nicht hinter den Männern zurückstecken, wie Tamedia-Zeitungen berichten. In der Schweiz haben nur die Sportler Ivan Rakitic, Roger Federer und Xherdan Shaqiri mehr Instagram-Follower. Ihre Popularität nutzt Lehmann dazu, in den sozialen Medien für Produkte zu werben. Die Bedingung: Diese müssten zu ihr passen.
- Sie ist Fussballprofi und ein Star auf InstagramExterner Link – Portrait im Tages-Anzeiger (paywall)
- Lara Dickenmann: «Viele schwule Fussballer schlagen aus Angst keine Karriere ein»Externer Link – die Rekord-Nationalspielerin im Watson-Interview.
- Wie gehen die Schweizerinnen mit der Favoritenrolle um?Externer Link – SRF-Einschätzung vor dem heutigen WM-Barrage-Spiel.
China ist für die Schweizer Textilmaschinen-Branche ein wichtiger Markt. Das wirft moralische Fragen auf.
Wenn ich an Schweizer Exportprodukte denke, fallen mir die üblichen Verdächtigen ein: Käse, Uhren, Schokolade, Pharmaprodukte. Doch hätten Sie gedacht, dass die Schweiz 2017 die grösste Exporteurin von Strickzubehör für Textilmaschinen nach Xinjiang war?
Was nach einem harmlosen Fun-Fact klingt, wirft grosse moralische Fragen zu den Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und China auf. Denn die chinesische Regierung geht in Xinjiang laut Medienberichten gnadenlos gegen die islamische Minderheit der Uiguren vor – einschliesslich Zwangsarbeit und Konzentrationslager zur Produktion in der Textilindustrie.
Im Gegensatz zu den USA verzichtet die Schweiz auf ein Importverbot für Waren, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden. Als drittgrösster Handelspartner der Schweiz ist China ein – zu – wichtiger Markt.
- Schweizer Textilmaschinen-Hersteller im China-Dilemma – meine swissinfo.ch-Kolleginnen Jessica David Plüss und Pauline Turuban haben zu diesem Thema recherchiert.
- «Sperrt jeden ein, der eingespert gehört», sagte der KP-Chef von Xinjiang – drei Uiguren erzählen, was das für sie bedeutetExterner Link – Neue Zürcher Zeitung (NZZ, paywall)
- Norwegen schliesst sich EU-Sanktionen gegen China an – der Bundesrat zögert weiterExterner Link – Bericht in der Aargauer Zeitung.
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Die Schweiz zieht trotz Corona-Jahr ausländische Firmen an und gehört damit weltweit zu den Ausnahmen.
China ist für die Schweiz nicht nur als Exportland wichtig. Im Jahr 2020 haben Unternehmen aus China in der Schweiz am meisten neue Stellen geschaffen, gefolgt von Firmen aus den USA und Deutschland.
Dahinter steckt ein politisches Ziel: China ist eines von zehn Fokusländern, aus denen die Schweiz innovative und zukunftsträchtige Unternehmen anziehen will.
Insgesamt war die Schweiz auch im Corona-Jahr äusserst erfolgreich darin, ausländische Unternehmen ins Land zu locken. Sie ist neben Irland das einzige von 30 Ländern, das 2020 bei den ausländischen Direktinvestitionen zulegen konnte.
- Schweiz trotz Corona ein Magnet für ausländische FirmenExterner Link – Beitrag von SRF
- Globale Mindeststeuer für Firmen: Die Schweiz könnte bald Wettbewerbsvorteil verlierenExterner Link – Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ, paywall)
- Die Schweiz und ihre Multis: eine kurze Erklärung – aus unserem Archiv: weshalb es so viele Multinationale in die Schweiz zieht, erklärt Video-Journalistin Céline Stegmüller in 80 Sekunden.
Die Proteste in Burma gegen den Militär-Coup halten an. Persönlichkeiten aus der Schweiz demonstrieren mit – virtuell.
Den Tag durch Teams-Sitzungen, über Mittag Yoga vor dem Bildschirm und am Abend ein gemeinsames Bier über Zoom: Im vergangenen Jahr mussten wir kreativ werden mit Online-Lösungen.
Rund zwanzig Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Internet nun für eine sehr ernste und traurige Angelegenheit. Elisabeth Decrey, ehemalige Parlamentarierin aus Genf, will Menschen dazu motivieren, virtuell und friedlich mit den Protestierenden in Burma gegen den Militärputsch zu demonstrieren.
Ständerat Carlo Sommaruga ist einer der Beteiligten aus der Schweiz. Ein Demonstrant oder eine Demonstrantin trägt nun ein Schild mit der Botschaft, Sommaruga demonstriere heute mit ihnen. Falls den Demonstrierenden etwas zustösst, wird Sommaruga informiert und verbreitet die Nachricht in den sozialen und traditionellen Medien.
- Schweizer Schutzpatrone für Burmas Demonstrierende – swissinfo.ch-Bericht von Isolda Agazzi.
- «Solange die Menschen auf der Strasse bleiben, ist der Coup unvollendet» – die UNO-Sondergesandte für Myanmar im swissinfo.ch Interview.
- Schweizer Arzt: «Burmas Armee schiesst Menschen in den Kopf»Externer Link – SRF
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Impfung als Vorwand zum Einpflanzen eines Mikrochips etc.: Jede dritte Person in der Schweiz glaubt an Corona-Mythen.
Die Schweiz hat ein gutes Bildungssystem, die Hochschulen geniessen einen hervorragenden Ruf. Wie kommt es also, dass ein Drittel der Menschen im Land glaubt, bei der Corona-Pandemie handle es sich um eine geheime Strategie dunkler Mächte, um sie als freie Bürgerinnen und Bürger zu unterdrücken?
Denn dies ergab eine Studie von Psychologinnen und Psychologen der Universität Basel.
Völlig einleuchtend, dass diese Menschen Schutzmassnahmen wie Social Distancing und die Hygiene-Regeln häufig ablehnen, so ein Fazit der Studie.
Fraglich ist indes, ob es auch Kritiker der Corona-Schutzmassnahmen sind, die am Wochenende in mehreren Städten auf die Strasse gehen wollen? Oder sind es doch eher junge Menschen, die auf Konfrontation mit der Polizei aus sind?
- Jung, extrem, gestresst: fast jeder Dritte glaubt Corona-MythenExterner Link – die Studie auf SRF News.
- Krawallaufrufe und illegale Partys bringen die Polizei ans LimitExterner Link – Vorschau auf ein möglicherweise unruhiges Wochenende, ebenfalls von SRF News.
- Gefährliche FanatikerExterner Link – Investigativ-Journalist Fabian Eberhard vom Blick beobachtete schon Ende 2020 eine Radikalisierung eines Teils der Corona-Leugner.
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