Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Können Sie jodeln oder sind Sie gar in einem Chor? Heute früh wurde das Schweizer Jodeln in Neu-Dehli von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.
Weiter geht es im heutigen Briefing um das kollektive Aufatmen in der Schweizer Wirtschaft: Die US-Zölle auf Schweizer Exporte sinken rückwirkend auf 15 Prozent. Doch es gibt auch skeptische Stimmen.
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Die Schweizer Jodelszene hat Grund zum Feiern: Das Jodeln wurde auf die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Für die Schweiz sowie für alle, die jodeln, bedeutet diese Ehrung erstmal eine grössere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Mit dem Diplom gibt es allerdings auch Verpflichtungen: «Wir haben bei der Eingabe sogenannte Bewahrungsmassnahmen definiert», sagt Nadja Räss, Jodlerin und Professorin an der Hochschule Musik in Luzern gegenüber SRF. Dazu gehören zum Beispiel Nachwuchsförderung, Digitalisierung und Wahrnehmung in der Gesellschaft. «Das wird von der Unesco regelmässig geprüft», sagt Räss.
Ein in diesem Rahmen bereits angestossenes Projekt ist das jodelnde Klassenzimmer. «Wir haben einen Aufruf gemacht und Jodlerinnen und Jodler gesucht, die schon an Primarschulen unterrichten und bereit sind, Jodeln in ihren Klassen zu integrieren», sagt Räss.
Diente Jodeln ursprünglich der Kommunikation in den Bergen – Hirten nutzten das Jodeln, um ihre Herden zu rufen oder mit anderen Hirten in den Alpen zu kommunizieren – so ist die Praxis auch heute noch sehr lebendig: Über 12’000 aktive Jodler:innen in 711 Vereinen sind im Eidgenössischen Jodlerverband organisiert. Dazu kommen viele freie Jodlergruppen.
Vor einem Monat einigten sich die Schweiz und die USA auf 15 statt 39% Zölle für Schweizer Exporte. Diese Zollsenkung tritt nun in Kraft – rückwirkend auf den 14. November.
«Auf Antrag können die Importeure Rückerstattung erhalten», sagte Wirtschaftsminister Guy Parmelin gestern vor den Medien. Für diese Rückwirkung auf Mitte November habe es keine weiteren Zugeständnisse von Schweizer Seite gegeben. Doch sie gilt gegenseitig, will heissen: Auch die Schweizer Zugeständnisse an die USA gelten seit Mitte November.
Zu diesen Zugeständnissen gehören unter anderem, dass die Schweiz bestimmte Zölle auf US-Waren wie Fisch oder Meeresfrüchte senkt und zollfreie Kontingente für amerikanisches Fleisch öffnet. Darunter fällt beispielsweise, dass neu 500 Tonnen Rindfleisch aus den USA pro Jahr zollfrei bleiben.
In der Wirtschaft zeigt man sich erleichtert. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse schreibt, dank der Senkung der Zölle «können zahlreiche Arbeitsplätze in der Schweiz gerettet werden». Auch die SVP begrüsst die Senkung der US-Zölle als Grosserfolg. Skeptisch zeigt man sich hingegen bei der SP. Zwar seien die Zölle von 15% ein Schritt in die richtige Richtung, diesen Schritt dürfe man aber nicht um jeden Preis gehen. SP-Nationalrat Fabian Molina betonte etwa den Datenschutz und die Bedeutung der Digitalsteuer.
Der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha ist neu entflammt. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA rät von Reisen in Grenzgebiete ab.
Die beiden südostasiatischen Länder machten sich gegenseitig für den Beginn der neuen Zusammenstösse verantwortlich und kündigten jeweils an, bei der Verteidigung ihrer Souveränität nicht nachgeben zu wollen.
Nachdem bei den Kämpfen im Juli bereits über 20’000 Menschen fliehen mussten – darunter auch Auslandschweizer:innen – wurden auch nun wieder Zehntausende evakuiert. Derzeit leben 10’700 Schweizer:innen in Thailand, in Kambodscha sind es knapp 430. Wie viele in den betroffenen Grenzregionen leben, gibt das EDA nicht bekannt.
Für Reisende in Thailand rät das EDA ausdrücklich von Reisen in das Grenzgebiet zu Kambodscha ab. Auch sollen auf touristische und nicht dringende Reisen in die thailändischen Provinzen Buriram, Si Saket, Surin und Ubon Ratchathani verzichtet werden.
Leben Sie im Grenzgebiet von Thailand und Kambodscha und sind von den Konflikten betroffen? Dann melden Sie sich bei meiner Kollegin: Melanie.Eichenberger@swissinfo.ch .
Der Nationalrat will Knallkörper in der Schweiz verbieten und hat einen Gegenvorschlag zur Feuerwerksinitiative verabschiedet.
In den letzten Jahren haben immer mehr Gemeinden ihre Feuerwerks-Regelungen verschärft. Die heute im Nationalrat behandelte Initiative fordert konkret mehr Schutz für Menschen, Tiere und Umwelt vor Lärm und Emissionen durch Feuerwerkskörper. Für überregionale Grossveranstaltungen wären Ausnahmen vorgesehen, die von den Kantonen bewilligt werden müssten.
Die Initiative ging dem Nationalrat zu weit, er sprach sich für den Gegenvorschlag aus. Demnach sollen Feuerwerkskörper, die ausschliesslich Lärm erzeugen, verboten werden. Das Geschäft geht als nächstes in den Ständerat, dieser wird es aber nicht mehr in dieser Wintersession angehen.
Im Ständerat wurde heute ein Vorstoss behandelt, wonach in der Schweiz künftig keine Asylgesuche mehr gestellt werden können, nur um von einer medizinischen Behandlung zu profitieren. Die kleine Kammer hat den Vorstoss oppositionslos an den Bundesrat überwiesen.
Unser Adventskalender «Ungewöhnliche Schweiz»
Bis zum 24. Dezember präsentieren wir Ihnen in unserem Briefing täglich einen Überraschungsartikel aus unserer Reihe «Ungewöhnliche Schweiz». Entdecken Sie kuriose und manchmal skurrile Geschichten, die Ihnen die weniger bekannte Seite des Landes näherbringen.
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