Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Franjo von Allmen schreibt Geschichte und gewinnt eine dritte Goldmedaille an den Olympischen Spielen. Nur drei andere Skifahrerinnen und Skifahrer haben dieses Kunststück vor ihm geschafft.
Und in einer schrecklichen Pädokriminalitäts- und Mordaffäre, die auch die Schweiz betrifft, hat die französische Justiz nun auch in den Schweizer Medien einen Zeugenaufruf gestartet.
Herzliche Grüsse aus Bern
Der Berner Oberländer Franjo von Allmen gewinnt nach der Abfahrt und dem Team-Kombiwettbewerb bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina seine dritte Goldmedaille, diesmal im Super-G. Marco Odermatt gewinnt die Bronzemedaille.
Von Allmen, der mit der Startnummer 7 fuhr, erzielte die Bestzeit und hatte einen Vorsprung von 0,13 Sekunden auf den späteren Silbermedaillengewinner, den Amerikaner Ryan Cochran-Siegle. Marco Odermatt, der mit der Startnummer 10 ins Rennen ging, wurde um 0,28 Sekunden geschlagen. Der Nidwaldner verbarg seine Enttäuschung im Zielraum nicht.
Franjo von Allmen gelingt eine historische Ausbeute: Er ist erst der vierte alpine Skirennfahrer, der bei denselben Olympischen Spielen drei Goldmedaillen gewonnen hat. Dies gelang zuvor nur dem Österreicher Toni Sailer 1956 in Cortina, dem Franzosen Jean-Claude Killy 1968 in Grenoble und der Kroatin Janica Kostelic 2002 in Salt Lake City. Zudem ist er der erste Schweizer, der einen Super-G bei den Olympischen Spielen gewinnt.
Am Dienstag hat die französische Justiz einen Zeugenaufruf gestartet, nachdem ein 79-Jähriger angeklagt worden war. Er steht im Verdacht, in mehreren Ländern, darunter auch in der Schweiz, 89 Minderjährige vergewaltigt und sexuell angegriffen zu haben. Der Mann hat zudem den Mord an seiner Mutter und seiner in der Schweiz lebenden Tante zugegeben.
Der Fall landete im Jahr 2023 bei der Justiz, als der Neffe des Angeklagten der Gendarmerie USB-Sticks übergab, auf denen sich «offensichtlich strafbare Inhalte» befanden. Die Ordnungskräfte entdeckten darauf «Memoiren», die jahrzehntelange sexuelle Beziehungen zu Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren in zehn Ländern dokumentierten, darunter auch in der Schweiz. Der Mann war dort für Nachhilfeunterricht engagiert.
Der Zeugenaufruf zielt darauf ab, die noch nicht identifizierten Opfer «ausfindig zu machen», die teilweise nur mit ihrem Vornamen oder Nachnamen bekannt sind, sagte Serge Procédès, der für den Fall zuständige Kommandant. Das ist auch der Grund, warum der Name des Verdächtigen bekanntgegeben wurde: Jacques Leveugle. Zudem würden die Verjährungsfristen «a priori» Taten ausschliessen, die vor 1993 begangen wurden.
Der Senior hat auch zugegeben, seine Mutter 1974 vorsätzlich getötet zu haben, als sie an Krebs im Endstadium litt. Ebenso hat er den Mord an seiner Tante gestanden, einer Französin mit Schweizer Pass, die in Biel wohnte. Diese Taten sind Gegenstand einer separaten Untersuchung.
Die Schweizer Stimmberechtigten im In- und Ausland werden bei den nationalen Abstimmungen am 14. Juni über zwei Vorlagen abstimmen. Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» der SVP und die Reform des Zivildienstes werden dem Volk vorgelegt, wie der Bundesrat am Mittwoch entschieden hat.
Mit ihrer Initiative fordert die Schweizerische Volkspartei (SVP) eine strenge Kontrolle der Einwanderung, damit die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis zum Jahr 2050 nicht auf über zehn Millionen Personen ansteigt. Der Bund sollte Massnahmen ergreifen, sobald die Bevölkerung 9,5 Millionen erreicht. Der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative ohne Gegenvorschlag ab.
Diese Abstimmung ist eines der wichtigsten Themen der Schweizer Politik in diesem Jahr. Im äussersten Fall könnte die SVP-Initiative den Bund dazu zwingen, das Abkommen über die Personenfreizügigkeit zu kündigen. Das würde das zwischen der Schweiz und der Europäischen Union ausgehandelte Vertragspaket zur Stabilisierung ihrer Beziehungen infrage stellen. Der Abstimmungskampf verspricht intensiv zu werden. Beide Lager werden grosse Mittel investieren.
Die zweite Abstimmung betrifft die Verschärfung der Zugangsbedingungen zum Zivildienst. Die im September 2025 vom Parlament verabschiedete Reform zielt darauf ab, die Zahl der Personen zu senken, die von der Armee zum Zivildienst wechseln. Das Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass der Zivildienst eine Lösung mit Ausnahmecharakter bleibt und gleichzeitig die Bestände der Armee zu stärken.
Verteidigungsminister Martin Pfister will Anzahlungen leisten, um schneller Luftverteidigungssysteme zu erhalten. Gleichzeitig legt die Armee ihre 238 Schützenpanzer M113 erneut wegen technischer Mängel still.
Die Auftragsbücher der Rüstungsunternehmen sind voll. Um sicherzustellen, dass die Schweiz möglichst weit oben auf der Warteliste steht, möchte Martin Pfister bis zu zwei Drittel des Kaufpreises für Luftverteidigungsmaterial als Anzahlung leisten.
Das Verteidigungsdepartement (VBS) verfügt jedoch nicht über das dafür notwendige Budget. Aus diesem Grund plant der Bundesrat, die Mehrwertsteuer ab 2028 vorübergehend um 0,8 Prozentpunkte zu erhöhen. Laut Blick hätte dieses Projekt im Parlament aber «keine Chance».
Darüber hinaus hat die Schweizer Armee am Dienstag alle 238 Schützenpanzer M113 aus dem Verkehr gezogen, da sie aufgrund eines technischen Defekts die Lenk- und Bremsfähigkeit verlieren könnten. Die Armee präzisiert, dass die vermutete Ursache des Problems ein defektes Teil sei, das bei der letzten Revision eingebaut worden sei. Die gleiche Massnahme wurde bereits 2023 ergriffen.
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