Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten im digitalen Bereich beunruhigt ganz Europa – die Schweiz ist keine Ausnahme. Die Bundesverwaltung als Grosskundin von Microsoft will nun einen Rückzieher machen.
Der Wohnungsmangel ist in der Schweiz Dauerthema. Gleichzeitig werfen wohlhabende Personen, die einen Wegzug aus den Golfstaaten erwägen, ein Auge auf Immobilien in der Schweiz – insbesondere im Tessin.
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«Die Bundesverwaltung will ihre Abhängigkeit von Microsoft schrittweise und dauerhaft verringern», erklärte die Bundeskanzlei gegenüber der NZZ am Sonntag, welche die Entscheidung als «abrupte Kehrtwende» bezeichnet.
Bern schätzt die jährlichen Ausgaben für Microsoft-Lizenzen auf rund 30 Millionen Franken. Mitte Dezember 2025 wurde zudem die neue Office-365-Umgebung auf 54’000 Arbeitsplätzen der Bundesverwaltung installiert, berichtet Le Temps. Die Tarife des Technologiekonzerns steigen. Doch mehr als der finanzielle Aspekt beunruhigt die Datensicherheit. Obwohl Microsoft seine Unabhängigkeit gegenüber dem Weissen Haus betont, bestehen Zweifel daran, ob es sicher ist, sich so stark auf ein ausländisches Unternehmen zu verlassen.
Diese Bedenken scheinen vom Bund ernst genommen zu werden, der nun nach Alternativen sucht. Eine von der Bundeskanzlei in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie kommt laut der NZZ zum Schluss, dass ein Umstieg auf unabhängige Open-Source-Software möglich ist – ohne jedoch weitere Details zu nennen.
Anderswo in Europa ist der Abschied von Microsoft bereits Realität. In Deutschland haben 30’000 Angestellte des Landes Schleswig-Holstein den Diensten des US-Unternehmens Lebewohl gesagt. Berlin hat im vergangenen Monat beschlossen, das Open-Document-Format als verbindlichen nationalen Standard für öffentliche Verwaltungen einzuführen, und in Dänemark wurde eine schrittweise Migration zu Open-Source-Lösungen lanciert.
Die instabile geopolitische Lage im Nahen Osten bewegt wohlhabende Personen in den Golfstaaten dazu, einen Umzug in die Schweiz zu erwägen. Neben Zug, dem bevorzugten Ziel grosser ausländischer Vermögen, gewinnt auch das Tessin an Bedeutung.
«Nach Lugano ziehen? Die Schweiz für eine stabile Zukunft wählen» – so lautet die Botschaft einer Kampagne, die sich an wohlhabende Familien aus dem Golf richtet und von der Tessiner Filiale der Immobilienagentur Engel & Völkers gefördert wird. Deren Inhaber, Simon Incir, erklärt dem SonntagsBlick, dass «seit Ausbruch des Kriegs im Iran die Anfragen um 15% gestiegen sind». Nach einer Wohnung in der Schweiz suchen vor allem europäische Staatsangehörige, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar oder im Iran leben, darunter Brit:innen, Französinnen und Franzosen, Italiener:innen sowie Schweizer:innen, so Incir.
Für diese Personen ist der italienischsprachige Kanton attraktiv. Gründe dafür sind unter anderem die zahlreichen Zweitwohnungen, die auch ohne Aufenthaltsbewilligung gekauft werden können, die Pauschalbesteuerung für ausländische Staatsangehörige mit Einkommen im Ausland, die vielen internationalen Schulen sowie die Nähe zu Mailand und dessen Flughafen.
Andere Regionen sind weniger gefragt. Zürich etwa gilt für die wohlhabende Kundschaft – schweizerische wie ausländische – wegen einer weniger entgegenkommenden Steuerpolitik als nicht so attraktiv. Ein vom Blick befragter Immobilienmakler erklärt, viele Anfragen zu erhalten, die Kantone mit weniger vorteilhaften Bedingungen ausdrücklich ausschliessen.
Der Wohnungsmangel ist ein heisses Thema der Schweizer Politik. Doch wie gross ist das Problem und wer ist besonders betroffen? RSI zieht heute Bilanz.
In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der leerstehenden Mietwohnungen um fast 40% zurückgegangen. Unmittelbar nach der Pandemie waren über 60’000 auf dem Markt, 2025 noch rund 37’000.
Laut dem Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat die Anspannung auf dem Markt im Jahr 2025 wieder das Niveau von 2014 erreicht – jenes Jahr gilt bis heute als das schwierigste der letzten 20. Am schwierigsten haben es Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen, die zunehmend Mühe haben, bezahlbare Wohnungen zu finden, schreibt RSI. Die Mieten sind in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt um rund 10% gestiegen.
Auch wer Wohneigentum sucht, hat es nicht einfach. Die Zahl zum Verkauf stehender Häuser ist in fünf Jahren leicht gestiegen, doch der Schweizerische Immobilienpreisindex zeigt eine deutliche Verteuerung. Für ein Haus, das 2021 eine Million Franken kostete, musste man im vergangenen Jahr mindestens 1,2 Millionen bezahlen.
«In der Schweiz, wo auch der Markt für kurzfristige Vermietungen wächst, fehlt es nicht grundsätzlich an Wohnungen», schliesst RSI. «Es mangelt an solchen zu erschwinglichen Preisen, vor allem im Mietsegment.»
Ein politisches Schwergewicht kehrt ins Parlament zurück: Mattea Meyer, Co-Präsidentin der Sozialdemokratischen Partei (SP) kündigt in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen ihre Rückkehr nach einem Burnout an.
Ende November hatte die Zürcherin auf Instagram erklärt, an einer «schweren Erschöpfung» zu leiden, und ihre Arbeit pausiert. «Im Nachhinein muss ich mir eingestehen, dass es da wohl schon zu spät war», sagt sie.
Es gebe viele Erwartungen an Parlamentarier:innen, und die Vorstellung, dass man alles aushalten müsse, sei weit verbreitet, so Meyer. Für die ausserordentliche Session Ende April will sie in den Nationalrat zurückkehren. «Ich will als Mensch politisieren können. Dazu gehört, zu Schwäche und Verletzlichkeit zu stehen», sagt sie im Interview. «Ich bin nicht Superwoman, so wie niemand hier im Bundeshaus Superman ist.»
Erschöpfung sei kein Problem, das nur Spitzenpolitiker:innen betreffe, sagt Meyer und verweist darauf, dass sich 40% der Erwerbstätigen in der Schweiz oft erschöpft fühlen. «Unsere Leistungsgesellschaft kann gnadenlos sein. Und gerade als Mütter können wir es oft nicht recht machen: Sind wir beruflich stark eingespannt, vernachlässigen wir unsere Kinder. Schauen wir zu ihnen, sind wir im Job zu wenig flexibel. Egal, was wir machen, unsere Arbeit wird nach wie vor argwöhnischer beurteilt.»
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