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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) – Mittwoch, 22. Dezember
NEUE FINMA-PRÄSIDENTIN: An der Spitze der Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde Finma steht neu eine Frau: Der Bundesrat hat am Mittwoch die Professorin für Banken- und Finanzrecht Anne Héritier Lachat zur Präsidentin des Finma-Verwaltungsrats gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Eugen Haltiner an. Die 60-jährige Westschweizerin gehört bereits seit dem Jahr 2008 dem Finma-Verwaltungsrat an. Zuvor war sie ab 2005 Mitglied der Eidg. Bankenkommission, der Finma-Vorgängerorganisation. Héritier Lachat wird ihre Lehrtätigkeit nach Ablauf des Frühlingssemesters 2011 beenden. Ihr Engagement als Anwältin gibt sie bereits im Januar 2011 auf.
GEWINN FÜR WINTERTHUR: Der Schleifmittel-Konzern Winterthur Technologie strotzt wieder vor Kraft. Das Unternehmen, das vom US-Konzern 3M übernommen werden soll, verdiente in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs 11,2 Mio. Euro. Der Umsatz legte um 36 Prozent auf 133,6 Mio. Euro zu. Im dritten Quartal betrug der Gewinn 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: -0,7 Mio. Euro). Winterthur Technologie (WTG) verzeichnet damit nach dem positiven Halbjahr erneut schwarze Zahlen, nachdem die Firma wegen der Krise mit der Profitabilität gekämpft hatte. Ende September 2009 hatte WTG noch einen Verlust von 2,2 Mio. Euro ausgewiesen.
NEUE NETZE: Die Swisscom treibt ihr Engagement beim Aufbau von städtischen Glasfasernetzen weiter voran: In Zürich gedeihen die Vertragsverhandlungen mit der Stadt, in Bern realisiert das Unternehmen zusammen mit Energie Wasser Bern (ewb) für 172 Mio. Fr. ein Glasfasernetz. Bis 2017 sollen in Bern 90 Prozent der Gebäude erschlossen sein. Swisscom und ewb haben einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet.
REKORD-PLEITEN: Die Zahl der Firmenpleiten in der Schweiz hat im November um 24,3 Prozent auf 553 zugenommen. Für das ganze Jahr zeichnet sich ein Rekord von rund 6300 Konkurseröffnungen ab. Die Zunahme um 15,8 Prozent geht aber zu einem grossen Teil nicht auf Insolvenzen zurück, sondern auf eine Gesetzesänderung, die den Handelsregisterämter die Auflösung von Karteileichen innerhalb einer gewissen Frist vorschreibt. Die Gläubigervereinigung Creditreform geht davon aus, dass 2009 wegen Insolvenz rund 3600 Firmen Konkurs anmelden mussten. Im laufenden Jahr dürften es wegen Spätfolgen der Finanzkrise rund 3900 werden, ein Anstieg um gut 8 Prozent. Allerdings war die Zahl in den Jahren 2002 bis 2007 höher gewesen.
VERLUST FÜR SWISSMETAL: Der Buntmetallverarbeiter Swissmetal steckt noch immer in der Krise: Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen operativen Verlust von 10 bis 14 Mio. Franken. Nun stellt Swissmetal seine Tochtergesellschaft ATMOVA zum Verkauf. Das Tochterunternehmen entwickelt und vertreibt ein neuartiges System für die Energiegewinnung (Dachziegel) und beschäftigt rund 10 Personen.
GROSSINVESTITION IN BULLE: Der belgische Pharmakonzern UCB baut im Bulle FR die Produktionsanlage bis im Jahr 2015 für insgesamt 250 Mio. Euro aus. UCB will dort die Produktionskapazität für sein wichtigstes Medikament erweitern. Die existierende Anlage sei der richtige Standort und die kosteneffektivste Lösung, um eine eigene Biotech-Produktion aufzubauen Mit dem Ausbau dürften 120 bis 140 neue Arbeitsplätze entstehen.
PREISSENKUNGEN BEI MIGROS: Im Preiskampf der Detailhändler nimmt nun auch die Migros einen gross angelegten Preisabschlag vor. Für 2247 Supermarkt-Produkte senkt Migros die Preise um durchschnittlich etwa 6 Prozent. Die Kosten für diesen einmaligen Schritt bezifferte Marketingchef Oskar Sager vor den Medien in Zürich auf 160 Mio. Franken. Einzelne Produkte könnten bis zu 20 Prozent billiger werden. Die Billiglinie M-Budget sei von den Senkungen ausgenommen, sagte Sager. Migros wolle Einsparungen namentlich in der Logistik an die Kunden weitergeben, obwohl es auch kostentreibende Faktoren wie die Mehrwertsteuererhöhung und gestiegene Rohstoffpreise gebe. Die tieferen Preise, die ab 29. Dezember gelten, stehen laut Sager zudem im Zusammenhang mit der Praxis, die Preise ab Anfang 2011 an den Regalen anzuschreiben.
MEHR KONSUM IN DEN USA: Die US-Wirtschaft hat im dritten Quartal dank eines gestiegenen Konsums wieder mehr Tempo aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Zeitraum Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 2,6 Prozent. Insgesamt ist das Wachstum stärker als noch im zweiten Quartal ausgefallen. Damals wuchs die Wirtschaft lediglich um 1,7 Prozent. Gestützt werden dürfte die Konjunktur im kommenden Jahr auch durch die Verlängerung der in der Finanzkrise eingeführten Steuersenkungen. US-Präsident Barack Obama hatte sich mit den oppositionellen Republikanern auf eine Fortführung geeinigt.
SCHWÄCHERE WACHSTUMSPROGNOSEN: Japans Wirtschaftswachstum dürfte sich nach Einschätzung der Regierung im kommenden Jahr wegen geringerer Konsumausgaben und Exporteinnahmen spürbar abschwächen. Das Bruttoinlandprodukt wird demnach in dem am 1. April beginnenden Steuerjahr nur noch um real 1,5 Prozent zulegen nach 3,1 Prozent in diesem Jahr. Eine wesentliche Ursache für das langsamere Wachstum ist das Auslaufen staatlicher Konsumanreize. Die Regierung rechnet zwar damit, dass die Konsumentenpreise im kommenden Jahr nicht fallen werden. Ein Ende der hartnäckigen Deflation bedeutet dies jedoch noch nicht gleich.

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