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Tausendmal anders sitzen

Über Tausend künstlerisch gestaltete Sitzbänke verzieren die Zürcher Innenstadt. Keystone

1'075 künstlerisch gestaltete Bänke laden in diesem Sommer in Zürich zum Verweilen ein. Zu finden sind sie in der Zürcher Innenstadt, in Teilen von Zürich-West und Zürich-Nord sowie im Flughafen. Seit der Eröffnung vom Freitag (18.05.) dürfen die Bänke ganz offiziell "besessen" werden.

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2001 - 09:42 publiziert

"Königsbank", "Sandbank", "Bankgeheimnis": jeder kann sich setzen, wie es ihm gefällt. Die Krone auf der Lehne der Königsbank verwandelt Sitzende in Königinnen und Könige. "Ich möchte mich gerne hinsetzen, aber es braucht Mut, sich so ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu bewegen", sagt eine Passantin gegenüber swissinfo.

Rund 500 Gestalterinnen und Gestalter haben die 1'075 Bänke bearbeitet. Künstler seien diese Leute, meint die Zürcher City-Organisation, die hinter dem Projekt BankArt steht. Wobei das Spektrum laut Rico Bisagno, Chef Projektgruppe, vom arivierten Künstler bis zum Dekorateur reicht.

Ohne Werbung, nicht sozialkritisch

Halten mussten sich die Künstler einzig an zwei Vorgaben: die Bänke sollten ohne Werbung und nicht sozialkritisch gestaltet sein. "Ich hatte Angst, dass es sonst ins Fasnächtliche abdriften könnte", sagt Rico Bisagno.

"Sozialkritische Bänke" sind darum nicht entstanden, die Werbe-Beschränkung wurde hingegen zum Teil umschifft. So ist auf der Bank, die eine Metzgerei gestalten liess, ganz einfach Speck zu sehen. Und vor welchem Geschäft die Bank mit den Zigarren steht, ist leicht zu erraten.

Aus Lothar-Holz

Die Herstellung der Bänke aus Lothar-Holz hat die City-Vereinigung von Zürich in die Hand genommen. Sie hat das Projekt auch beworben, Bewilligungen für das Aufstellen eingeholt und die Bänke montiert. Rund 1'200 Franken hat ein Käufer für eine Bank bezahlt, für deren Gestaltung er persönlich eine Künstlerin oder einen Künstler engagiert hat.

Die Bank-Besitzer bezahlen die Künstler für ihre Arbeit. 30'000 Franken habe die teuerste Bank gekostet, etwa 2'000 die billigste, weiss Bisagno. Alles in allem, also die Honorare mit einberechnet, koste das Projekt rund 5 Mio. Franken.

1 Million zusätzliche Besucher erhofft

Von der Sommeraktion BankArt erhofft sich die City-Vereinigung und die Tourismusbranche rund eine Million zusätzlicher Besucherinnen und Besucher. Genaue Zahlen, die diese Vermutung stützen, fehlen zwar. Hinweise für die Organisatoren sind laut Bisagno unter anderem gestiegene Frequenzen und Umsätze von Geschäften während der früheren Projekte mit den künstlerisch gestalteten Löwen und Kühen.

Sitzbank besitzen

Am Freitag (16.05.) wurde BankArt offiziell eröffnet. Das Projekt dauert bis am 15. September. Danach wird ein Teil der Bänke wohl versteigert. Sollten mindestens 200 Besitzer ihr Schmuckstück versteigern wollen, kommt es zu einer Auktion. Ein Teil des Erlöses soll an gemeinnützige Stiftungen gehen.

Kathrin Boss Brawand

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