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Tennis: Die Schweiz spielt sauber

Dopingfälle im Spitzentennis häufen sich.

(Keystone)

In der Welt des Profitennis häuften sich in den vergangenen Monaten die Dopingfälle.

Das führe zu einer untolerierbaren Dichte von Kontrollen, sagt der Schweizer Tennisstar Roger Federer.

"Momentan ist es kaum zum aushalten. Jedes Mal, wenn man Zusatz-Nahrungsmittel isst oder sich mit Vitamin-Drinks auffrischt, werden gleich unsere Gesundheit und unsere Sportlerehre in Frage gestellt. Das ist untolerierbar!"

Diese Aussage des Schweizer Schweizer Tennis-Stars Roger Federer in der "Tribune de Genève" blieb nicht ohne Folgen.

Die Vorwürfe des Baselbieter Profis, der sich eben gerade für das Viertelsfinale des Australian Open qualifiziert hat, werden von zahlreichen anderen Tennisprofis bestätigt. Sie verspüren ebenfalls ein starkes Unbehagen.

Mogler oder Opfer?

Die starke Zunahme der Doping-Skandale - der letzte betrifft den Briten Greg Rusedski - zeigt, wie sehr die Sportler in allen Bereichen verdächtigt werden. Die Gerüchte, wonach das Doping zur generellen Praxis in der Welt des Tennis geworden sei, beginnen gleich neben dem Tennisplatz.

43 der 120 weltbesten Spieler sollen nach den Kontrollen stark erhöhte Werte an anabolischen Steroiden ausgewiesen haben.

Und die kürzlich erfolgten Enthüllungen des amerikanischen ex-Champions John McEnroe ändern daran wenig. "Während sechs Jahren wusste ich nicht, dass man mir eine Form von Steroiden verabreichte, die für Pferde gesetzlich zugelassen war", hatte er verlauten lassen.

McEnroe forderte die Führungsinstanzen des Tennis-Sports auf, entsprechend einzugreifen.

Kürzlich mussten diese Instanzen zur Kenntnis nehmen, dass die erhöhten Steroid-Werte bei gewissen Spielern – unter anderem bei Bohdan Ulihrach – auf Nahrungsmittel-Zusätze zurück zu führen waren, die den Spielern von den Helfern der Association of Tennis Professionals (ATP) verabreicht wurden.

"Es ist unmöglich, nicht voreilig Schlüsse zu ziehen oder das Wahre vom Falschen zu trennen", sagt der Arzt der Schweizer Daviscup Mannschaft, Alain Rostan.

"Gewisse Spieler mogeln bewusst, während andere zu Opfern werden. Sie machen sich 'schuldig', Produkte eingenommen zu haben, die man ihnen ohne ihr Wissen eingeflösst hat."

Das Verabreichen von Creatin ist für Alain Rostan ein solcher Fall. Creatin ist erlaubt, da sein Effekt darin besteht, den Energiehaushalt schneller wieder herzustellen. Doch in Kombination mit anderen Mitteln, vor allem mit Nandrolon, ergeben sich Probleme.

Information ist entscheidend

Die Erfahrung zeigt ebenfalls, dass das Vertrauen zwischen den Spielern und ihrem Umfeld entscheidend ist. Und hier spielt die Information eine sehr wichtige Rolle.

Der ehemalige Schweizer Tennisstar Jakob Hlasek: "Das grösste Problem in der Frage des Dopings ist die Information. Der Spieler muss wissen, was er nehmen darf und warum er es nehmen darf. Für einen 18-jähirgen ist dies sehr schwierig. Er ist auf das Vertrauen zu seinem Arzt angewiesen."

Für Hlasek ist klar, dass die Anhäufung von Skandalen die Tenniswelt dazu bringen wird, sich infrage zu stellen.

"Trotz einigen kleineren Fällen da und dort war der Tennissport bisher nicht wirklich mit Dopingproblemen konfrontiert. Die aktuellen Diskussionen um das Doping werden es erlauben, die Jungen in Zukunft besser zu erziehen."

swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Alexander Künzle)

Tennis

Die Zahl der positiven Dopingkontrollen im Spitzentennis hat sich vervielfacht.

Der Engländer Greg Rusedski, der selber in einen Dopingskandal verwickelt ist, behauptete kürzlich, 43 der 120 besten Tennisspieler würden sich dopen.

Mitte Januar hat der ehemalige amerikanisch Champion John McEnroe
zugegeben, er habe seines Wissens während sechs Jahren Dopingmittel zu sich genommen.

In diesem angespannten Klima hat der Basler Roger Federer mit seinen provokativen Äusserungen die Diskussionen zusätzlich angeheizt.

Infobox Ende

In Kürze

Die Zahl der positiven Dopingkontrollen im Spitzentennis hat sich vervielfacht.

Der Engländer Greg Rusedski, der selber in einen Dopingskandal verwickelt ist, behauptete kürzlich, 43 der 120 besten Tennisspieler würden sich dopen.

Mitte Januar hat der ehemalige amerikanische Champion John McEnroe
zugegeben, er habe seines Wissen während sechs Jahren Dopingmittel zu sich genommen.

In diesem angespannten Klima hat der Basler Roger Federer mit seinen provokativen Äusserungen die Diskussionen zusätzlich angeheizt.

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