Überraschung im Eiskanal

Schweizermeister Ivo Rüegg (links) und Stefan Bamert. Keystone

Ivo Rüegg hat in St. Moritz ganz überraschend die Schweizer Zweierbob-Meisterschaft vor Martin Annen und Reto Götschi gewonnen.

Dieser Inhalt wurde am 05. Januar 2002 - 19:33 publiziert

Nach dem ersten Durchgang war der in Tuggen (Schwyz) wohnende Gipser nur Vierter gewesen. Der 31-jährige Ivo Rüegg verdankt seinen ersten nationalen Titel einer hervorragenden zweiten Fahrt.

Mit seinem Hintermann Stefan Bamert sorgte er dabei für die Tages-Bestzeit und distanzierte Annen in der Gesamtwertung um vier Hundertstel-Sekunden. Um weitere vier Hundertstel zurück lag Titelverteidiger Götschi, der nach halbem Pensum noch vor Annen und Ralph Rüegg geführt hatte.

Enttäuschung für Annen und Reich

Für die Weltcup-Fahrer und mutmasslichen Olympia-Teilnehmer Martin Annen und Christian Reich endete ein weiterer Anlauf auf den ersten Landesmeister-Titel mit einer Enttäuschung.

Reich vermochte den zwiespältigen Eindruck, den er im Training hinterlassen hatte, im Rennen nicht zu verwischen. Er durchmass die heikelsten Abschnitte der Bahn nicht sauber genug und wurde schliesslich Fünfter.

Nur in Bezug auf die Startzeiten wurde das Team Annen/Hefti den Erwartungen mit 5,18 und 5,13 gerecht. Zweitschnellste auf den ersten 50 Metern waren Reich/Acklin mit 5,19 und 5,15.

Götschi bangt weiter

Reto Götschi, der nach wie vor um die Selektion für die Olympischen Spiele bangen muss, war in den letzten neun Jahren ausnahmslos Zweierbob-Meister geworden und hatte in dieser Zeit zudem zwei Viererbob-Titel gewonnen.

Am Samstag schien der Zürcher auf seiner Lieblingsbahn an frühere Spitzenleistungen anknüpfen zu können. Fahrerisch liess er kaum Schwächen erkennen. Aber die in Zusammenarbeit mit Thomas Keller erreichten Startzeiten (5,27/5,23) genügten höheren Ansprüchen nicht.

Das selbe gilt für das Team von Ralph Rüegg. Der Cousin des Siegers kam mit Andi Gees zweimal auf 5,26.

Erfolgreiche Hiltebrand-Werkstatt

Ivo Rüegg war zu Beginn dieser Saison als letzter Schweizer Spitzenfahrer in einen Bob aus der Werkstatt von Hans Hiltebrand umgestiegen. Am Samstag erreichte er mit 63,94 Sekunden im zweiten Durchgang als einziger eine Zeit unter 64 Sekunden.

Dass er auch die richtigen Kufen für das St. Moritzer Natureis gefunden hatte, beweist die im Schlussabschnitt gemessene Spitzen-Geschwindigkeit von 140,351 km/h; mehr als 140 km/h wurden sonst nur noch für Götschi gemessen.

Im Frühjahr 1995 hatte Ivo Rüegg, der auch mehrfacher Schweizer Meister im Steinstossen ist, die Bobschule absolviert. Seine bisher beste SM-Platzierung war der 2. Rang 1999, auch damals mit dem Zweierbob. Im vergangenen Winter war er Dritter der Viererbob-Meisterschaft geworden.

Im laufenden Europacup liegt Rüegg in den Zwischen-Klassementen im Zweierbob an der Spitze und im Viererbob auf Platz 2 hinter Fredi Steinmann.

swissinfo und Agenturen

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