US-Börsenaufsicht ermittelt gegen CSFB

Im Sitz der CSFB in New York droht Ungemach: Die Behörden ermitteln wegen Schmiergeld-Verdachts. Keystone

Die amerikanische Justiz ermittelt gegen die Investment-Bank Credit Suisse First Boston (CSFB). Die Börsenaufsicht klärt ab, ob bei Aktien-Emissionen hohe Provisionen als Schmiergelder geflossen sind.

Dieser Inhalt wurde am 15. Dezember 2000 - 10:06 publiziert

Die CSFB in New York bestätigte die Ermittlung gegen die Firma. In einer Erklärung heisst es die Bank habe von der Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und dem US-Staatsanwalt in Manhatten ein Gesuch um Herausgabe von Unterlagen über die Zuteilung von Anteilscheinen bei Aktien-Markteinführungen erhalten.

Ungewöhnlich an manchen dieser Aktien-Emissionen war, dass der ursprüngliche Ausgabepreis sofort in die Höhe schnellte und den zeichnenden Investoren fette Gewinne bescherte. Bei 199 Erstemissionen von über 1100 seit Mitte 1998 verdoppelte sich der Preis gar am ersten Handelstag. Das Interesse von Anlegern an solchen Markteinführungen ist daher gross.

Ermittlungen wegen anonymem Brief

Die Ermittlung wurde, wie das Wall Street Journal berichtete, durch einen anonymen Brief an die SEC ausgelöst. Dort wird die CSFB beschuldigt, bei Markteinführungen bevorzugten Kunden der Firma - sowohl Anlage- wie auch Einzelanlegern - grosse Anteile der ausgegebenen Wertschriften zugeschanzt zu haben. Als Gegenleistung hätten dann diese Kunden der CSFB viel höhere Provisionen als üblich bezahlt. Die US-Behörden untersuchen jetzt, ob diese ungewöhnlich hohen Gebühren als Schmiergelder gelten müssten.

Nicht nur CSFB im Visier

Zu den von der Justiz anvisierten Emissionsbanken gehören auch die Goldman Sachs Gruppe, Morgan Stanley Dean Witter und Bear Stearns. Die CSFB, Goldmann Sachs und Morgan Stanley vereinigen über die Hälfte des Marktvolumens bei Erstemissionen auf sich.

Der Wert von Markteinführungen an der Wall Street betrug seit Mitte 1998 165,8 Mrd. Dollar, was den emittierenden Banken Provisionen in Höhe von 8,7 Mrd. Dollar einbrachte.

swissinfo und Agenturen

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