Arbeitsplatz Schweiz

Warum die Schweiz internationale Arbeitskräfte braucht

Löhne und Kaufkraft sind in der Schweiz hoch. Die Arbeitsbedingungen sind für ausländische Arbeitskräfte attraktiv und die Wirtschaft benötigt Spezialisten. Aber die Zulassung ist beschränkt.

Dieser Inhalt wurde am 12. März 2020 - 13:20 publiziert
Paula Troxler (Illustration)

Fast ein Drittel der Erwerbstätigen haben keinen Schweizer Pass. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik. Trotz einer im internationalen Vergleich niedrigen Arbeitslosenquote ist es politisch jedoch umstritten, ob Zuwanderer den Inländern Stellen wegnehmen.

Die Wirtschaft sei auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen, sagen deren Vertreter. Eine Studie der Grossbank UBS aus dem Jahr 2019 kommt zum Schluss, dass sich die Nachfrage allein mit Arbeitskräften aus dem Inland nicht decken lasse. Die UBS-Ökonomen schätzen, dass der Schweiz bis in zehn Jahren mehrere hunderttausend Arbeitskräfte fehlen werden.

Nicht nur im Gesundheits- und Pflegebereich sind die Arbeitskräfte zu knapp, sondern auch in hoch spezialisierten Bereichen. Vor allem im Bereich der MINT-Branchen (Mathematik, IT, Naturwissenschaft, Technik), hat es in der Schweiz laut dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse zu wenig Fachkräfte.

Wer darf in der Schweiz arbeiten?

Erwerbstätige aus der EU und EFTA haben einfachen Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Für sie gilt das Personenfreizügigkeits-Abkommen (PFZ).

Auf politischer Ebene wird jedoch immer wieder diskutiert, wie viel Zuwanderung die Schweiz zulassen sollte. Aktuell verlangt eine Initiative der rechts-konservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), dass die Zuwanderung begrenzt und das PFZ-Abkommen mit der EU gekündigt wird. "Wir wollen keine 10-Millionen-Schweiz", sagt zum Beispiel Parteipräsident Albert Rösti. Die Initiative kommt Ende September 2020 vor das Volk.

Beschränkter Zugang für Stellensuchende ausserhalb Europas

Aus sogenannten Drittstaaten (also ausserhalb Europas) werden nur gut qualifizierte Erwerbstätige zugelassen. Arbeitgeber, die eine Fachkraft aus diesen Ländern anstellen möchten, müssen belegen, dass weder eine Person im Inland noch aus dem EU/EFTA-Raum mit der entsprechenden Qualifikation gefunden wurde.

Ausserdem muss die Zulassung dem gesamtschweizerischen und gesamtwirtschaftlichen Interesse entsprechen. Hinzu kommt, dass die Zahl der Arbeitsbewilligungen für Personen aus Drittstaaten durch Kontingente begrenzt ist.

Diese strikte Regelung gilt auch für Absolventinnen und Absolventen eines Studiums in der Schweiz. Sie müssen die Schweiz nach dem Studium verlassen, obwohl sie auf dem Arbeitsmarkt gesucht würden. “Dadurch gehen der Wirtschaft jedes Jahr fast 3000 sehr gefragte Fachkräfte verloren", beklagt etwa Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse.

Im Parlament wird ein Vorstoss debattiert, der den in der Schweiz ausgebildeten Spezialisten Erleichterungen für den Erhalt einer Arbeitsbewilligung verschaffen soll.

Nur durchschnittlich attraktiv für Expats

Während die Schweizer Wirtschaft grossen Bedarf an ausländischen Fachkräften hat, ist die Schweiz als Lebensmittelpunkt für die Expats nur bedingt attraktiv: Die Löhne gelten im internationalen Vergleich zwar als hoch, Faktoren wie die Lebensqualität oder die Offenheit der Schweizerinnen und Schweizer werden in Studien aber deutlich kritischer gesehen.

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