Wenn Träume wahr werden:Ein Schweizer Zirkus in Singapur

Die internationale Artisten-Truppe weiss das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Taipan Circus

Weltpremiere am Samstagabend (17.12.) in Singapur: Ein junger Schweizer eröffnete den TAIPAN Circus und erfüllte sich damit einen Bubentraum.

Dieser Inhalt wurde am 17. Dezember 2000 - 16:41 publiziert

"Tu etwas wovon Du Dein Leben lang geträumt hast und Du wirst etwas erleben, das Du Dir nie hast träumen lassen." Dieses Motto begleitet den Ostschweizer Marco Baumgartner seit Jahren.

Schon immer wollte er Zirkusdirektor werden und am Samstag ging dieser Traum in Erfüllung. In einem blauen Zelt inmitten von Wolkenkratzern und neben einem chinesischen Markt entführte er geladene Gäste in eine Welt voller Fantasie und Romantik.

Die Artisten aus Ungarn, Tschechien, England, der Mongolei und aus der Schweiz fesselten das Publikum mit atemberaubenden Salti auf dem russischen Barren, witzigen, aber feinen Clown-Nummern oder faszinierender Jonglage: Eddy Carrello spielte ein Schlagzeugsolo mit drei Bällen - ohne Drumsticks.

Für alle in der Manege war es ein grosser Augenblick, als sich am Ende der Show alle Zuschauerinnen und Zuschauer erhoben. Marco Baumgartner hat sich in seinen kühnsten Träumen keine Standing Ovation erhofft.

Aber er hat sie verdient. In den letzten drei Jahren bereitete er sein Projekt minutiös vor. Er spannte zwei Freunde mit ein, überzeugte mit seinem Enthusiasmus unzählige Sponsoren von Néstlé bis zur Swissair und nebenbei arbeitete er hauptberuflich als Flight Attendant und servierte in 10'000 Metern Höhe Champagner.

Zum Zirkus kam er als Schuljunge. Jahrelang verbrachte er jede freie Minute und alle Ferien beim Zirkus Stey in der Ostschweiz. Von der Zirkusfamilie wurde er voll akzeptiert und gefördert, lernte jonglieren und balancieren. Und seine Liebe zum Zirkus, den Zirkusvirus, wie er sie nennt, die stammt aus dieser Zeit.

Aber Zirkusdirektor wird man nicht einfach weil man einen Traum hat. Seine Schwester nennt ihn hartnäckig und denselben Eindruck haben die Sponsoren von ihm. Sie alle gingen ein Risiko ein, Marco Baumgartner, Stephan Balle und André Broger bei ihrem Projekt zu helfen, denn ausser einer Idee konnten sie nichts vorweisen.

Doch die gute Vorbereitung, die Schritte, die sie bei den Behörden in Singapur eingeleitet hatten, dies alles überzeugte - auch den Schweizer Botschafter in Singapur, Raymond Loretan. Er unterstützte Marco Baumgartner über sein Pflichtenheft hinaus, vermittelte Kontakte zu Geschäftsleuten, die ganze Vorstellungen kaufen könnten und dies nun auch tun.

Raymond Loretans Motivation Marco Baumgartner zu helfen, war schlicht und einfach: einem jungen Menschen zu helfen seinen Traum zu verwirklichen.

Ja und am Samstag Abend nun war es so weit: Sein Traum ist in Erfüllung gegangen. Doch realisiert hat dies der frischgebackene Zirkusdirektor noch nicht: "Ich bin wie in einem Film - dem falschen Film."

Rebecca Vermot



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