WHO warnt vor Zunahme von Raucherkrankheiten bei Frauen

Frauen leiden zunehmend an Krankheiten, die mit dem Rauchen zusammenhängen, schreibt die WHO in einem Bericht, der am Mittwoch (30.05.) eröffentlicht wurde. Die UNO-Organisation fordert Massnahmen, um eine Epidemie dieser Krankheiten zu vermeiden.

Dieser Inhalt wurde am 30. Mai 2001 - 16:04 publiziert

Frauen werden von den Tabakkonzernen mit einem speziellen Marketing umworben, das Rauchen mit Schlankheit, Schönheit und Unabhängigkeit in Verbindung bringt, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dem Bericht «Frauen und die Tabakepidemie - Herausforderungen des 21. Jahrhunderts».

Aus Anlass des Nichtrauchertags am 31. Mai warnt die WHO die Frauen vor den Krankheiten, die das Rauchen verursacht, darunter Krebs, Bronchitis und Herzkreislaufkrankheiten.

Werbeverbot und rauchfreie Zonen

Nicht nur die Tatsache, dass Frauen zunehmend rauchen, sondern auch das Passivrauchen gehört zu den Faktoren, die laut WHO zu einer Epidemie dieser Krankheiten führen, wenn die Regierungen keine Massnahmen ergreifen. Dazu zählt die WHO ein Werbeverbot, Preiserhöhungen und rauchfreie Zonen.

Weltweit rauchen rund 12 Prozent der Frauen und 48 Prozent der Männer, heisst es in dem Bericht. Dieser Unterschied nimmt jedoch ab.

In der Schweiz rauchen 26 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer. 27 Prozent der Frauen in Deutschland sind Raucherinnen und 30 Prozent in Frankreich. In China rauchen nur 6 Prozent der Frauen gegenüber 48 Prozent der Männer.

Lungenkrebs vor Brustkrebs

In Deutschland, Japan und den USA rauchen mehr junge Frauen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren als Männer. In den USA, wo die Frauen in den 50er Jahren zu rauchen begannen, sterben heute mehr Frauen an Lungenkrebs als an Brustkrebs.

Frauen sind in allen Ländern dem Passivrauchen ausgesetzt. In Asien, wo durchschnittlich 60 Prozent der Männer rauchen, sind nach Angaben von WHO-Generaldirektorin Gro Brundtland Millionen von Frauen und Kinder gezwungen, verschmutzte Luft zu atmen.

Der Tabakkonsum der Eltern führt laut Bericht zu einer Zunahme des plötzlichen Kindstodes sowie von Asthma, Bronchitis und Lungenentzündungen bei Kindern. Bei schwangeren Frauen, die rauchen oder dem Passivrauchen ausgesetzt sind, besteht eine grössere Gefahr von Fehlgeburten.

Raucherinnen weisen zudem eine erhöhte Sterilität auf. Wenn sie die Pille nehmen, sind sie besonders anfällig für Herzkreislaufkrankheiten, heisst es in dem Bericht weiter. Die WHO schätzt, dass weltweit jährlich vier Millionen Menschen an Krankheiten sterben, die mit dem Rauchen zusammenhängen.

swissinfo und Agenturen

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