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Wird Credit Suisse ihre Erzrivalin einholen?

Wieder in der Gewinnzone: Die zweitgrösse Schweizer Bank CS. Keystone

Die zweitgrösste Schweizer Bank ist ihrem Ziel, zur Haupt-Konkurrentin UBS aufzuschliessen, einen grossen Schritt näher gekommen.

Dieser Inhalt wurde am 18. Februar 2005 - 14:54 publiziert

Die CS Group erzielte 2004 einen Jahresgewinn von 5,6 Mrd. Franken und überraschte damit die Analysten positiv.

Konzernchef Oswald Grübel sagte bei der Bilanz-Pressekonferenz, er sei "überzeugt", dass die Credit Suisse Group (CSG) mit einem Jahresgewinn von 8 Mrd. Franken im Jahr 2007 ihr Planziel erreichen werde.

Damit würde die CSG ihre Erzrivalin UBS einholen. Die grösste Schweizer Bank verkündete kürzlich einen Rekordjahresgewinn von 8,1 Mrd. Franken.

Analysten erinnern jedoch daran, dass die CSG noch einige Probleme lösen müsse, bevor sie ihr Ziel erreichten. Sie weisen auf grundlegende Unterschiede zwischen den beiden Grossbanken hin.

"Auf gutem Weg"

Das Management hatte im vergangenen Dezember angekündigt, wie die CSG in Zukunft aussehen soll. Aus der mehrere Einheiten umfassenden Gesellschaft soll eine einzige Bank werden.

Peter Thorne, Analyst bei der Maklerfirma Helvea, sagte gegenüber swissinfo, das Jahresergebnis für 2004 sei besser als erwartet, das Unternehmen sei "auf gutem Weg".

Thorne wies aber auch darauf hin, dass andere Analysten Zweifel hegen, dass die Investmentbanking-Sparte Credit Suisse First Boston (CSFB) im Jahr 2007 wie geplant 3 Mrd. Franken Gewinn generieren wird.

Problem Investment-Banking

"CS hat zwei Probleme", so Thorne. "Erstens müssen sie die Winterthur Versicherung loswerden. Das spült rund eine Milliarde in die Kassen. Das könnte für 2007 einen Gewinn um die 7 Mrd. bedeuten. Zweitens gehe ich davon aus, dass CSFB 2007 lediglich rund 2 Mrd. Gewinn erzielen wird. CSFB muss eine Eigenkapitalrendite von rund 20% erreichen, also soviel wie die UBS Investment-Abteilung. Im Moment gibt es lediglich schwache Anzeichen, dass dies gelingen wird."

CSFB Chef Brady Dougan zeigte sich an der Bilanzpresse-Konferenz jedoch zuversichtlich, was das anvisierte Gewinnziel von 3 Mrd. betrifft. "Wir haben sehr detaillierte Pläne und sind daran, diese umzusetzen, haben jedoch nicht im Sinn, sie öffentlich zu kommunizieren."

Drei Geschäftseinheiten

Der Bereich Credit Suisse, der das Private Banking sowie das Firmen- und Kleinkundengeschäft zusammenfasst, generierte 2004 mit knapp 3,4 Mrd. Franken rund 60% des Reingewinns.

Die Investmentbank CSFB steuerte 1,8 Mrd. Franken und die Winterthur Versicherung 730 Millionen Gewinn bei.

Seit Dezember ist klar, wie die CS der Zukunft aussehen soll. Unter einem Dach werden drei Divisionen zusammengefasst, ausgerichtet auf Privatkunden sowie auf Unternehmens- und Investmentbanking-Kunden. Unterstützt wird diese Division vom Asset Management. Die Winterthur soll an die Börse gebracht werden.

CSG-Konzernchef Oswald Grübel ist überzeugt, so weiteres Wachstum erzielen zu können.

Äpfel nicht mit Birnen vergleichen

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 29. April ein Aktienrückkaufsprogramm. Bis 2007 will die CS eigene Aktien im Umfang von bis zu sechs Mrd. Franken zurückkaufen.

Auch die Aktionäre sollen vom guten Ergebnis profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1.50 Franken pro Aktie vor. Ferner soll ein Aktien-Rückkauf-Programm im Umfang von bis zu 6 Mrd. Franken für den Zeitraum von zwei Jahren aufgelegt werden.

Damit folgt die CS dem Beispiel der UBS oder der Deutschen Hauptrivalin, Deutsche Bank.

Peter Thorne: "Der Rückkauf ist ein Signal dafür, dass die CSG mit ihrem Aktienwert sorgsam umgeht und das Geld nicht leichtsinnig in Akquisitionen zu verschleudern gedenkt."

Vergleichen könne man die beiden Rückkauf-Aktionen jedoch nicht: "UBS, das sind heute genaugenommen zwei Banken, während CS eine Bank mit verschiedenen Abteilungen ist. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen."

swissinfo, Chris Lewis in Zurich

In Kürze

Die Grossbank UBS behauptet sich glanzvoll vor der Konkurrentin Credit Suisse Group (CSG).

Dank mustergültiger Disziplin und einem aufgeräumten Haushalt hat sie den Abstand zur Nummer zwei der Schweiz vergrössert.

Die UBS hat mit einem Reingewinn von 8,1 Mrd. Franken ein Rekord-Ergebnis erzielt. Das sind 30 Prozent mehr als 2003.

Aber auch das Resultat der CSG kann sich sehen lassen. Der Konzern machte einen Gewinn von 5,6 Mrd.Franken, das ist rund siebenmal mehr als im Jahr 2003.

Seit Dezember ist klar, wie die CSG der Zukunft aussehen soll. Aus der mehrere Einheiten umfassenden Gesellschaft soll eine einzige Bank werden.

Die Winterthur soll dereinst an die Börse gebracht werden, nachdem ein Verkauf nicht mehr zur Diskussion steht.

CSG-Konzernchef Oswald Grübel ist überzeugt, so weiteres Wachstum erzielen zu können. Es seien schon Fortschritte festzustellen, sagte er. Doch das alles brauche auch Geduld.

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