Schweizer Käse zeigt sich krisenresistent
Noch nie haben die Schweizer Käser so viel Käse ins Ausland verkauft wie 2009. Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die ihnen vor allem am Anfang des letzten Jahres zu schaffen machte, konnten sie über 62'000 Tonnen Käse exportieren.
Damit übertrafen sie das Rekordergebnis von 2008 um 1,6%, wie die Switzerland Cheese Marketing (SCM) am Mittwoch mitteilte. Noch Anfang letztes Jahr hatte die Marketing-Organisation mit einem Einbruch gerechnet, da die Verkäufe als Folge der Wirtschaftskrise zunächst zurückgingen.
Dieser Trend bestätigte sich jedoch nur in Nordamerika, wo fast ein Viertel weniger Schweizer Käse gekauft wurde. Mit umso mehr Lust griffen die Europäerinnen und Europäer zu: Sie vertilgten 4,6% Schweizer Käse als im Jahr zuvor. Besonders beliebt waren die Produkte der hiesigen Käser in Italien und Frankreich, wohin die Exporte um fast 10% zulegten.
Hartkäse wurde etwas weniger verkauft, vor allem wegen der sinkenden Nachfrage in den USA. Halbhartkäse dagegen legte um fast 10% zu, Weich- und Frischkäse, das mengenmässig kleinste Segment, um ganze 42%.
Der Exportschlager unter den Schweizer Käsen bleibt der Emmentaler, der im Inlandabsatz erstmals vom Greyerzer überholt wurde. Obwohl knapp 9% weniger von der löchrigen Spezialität ins Ausland abgesetzt wurden, hat der Emmentaler immer noch einem Marktanteil von fast einem Drittel.
Nicht nur der Export, sondern auch der Import von Käse nahm zu. Insgesamt wurden 2009 gut 44’000 Tonnen Käse in die Schweiz eingeführt, 7,4% mehr als im Jahr zuvor. Zulegen konnten vor allem Frisch- und Weichkäse, gemäss SCM «preisgünstige Industrieware, die in den Grossverbraucher- und Industriesektor fliesst».
swissinfo.ch und Agenturen
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