Vor Steuerstreit mit Deutschland?
Deutsche Steuersünder mit einem Konto in der Schweiz müssen sich möglicherweise auf Strafverfahren einstellen. Ein Informant hat der deutschen Finanzverwaltung die Daten von 1500 Bankkunden angeboten.
Das berichtet die Samstagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der Mann verlange für die Bankkundendaten dafür 2,5 Millionen Euro.
Der Deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe noch nicht entschieden, ob er sich auf den Handel einlasse. Ein Sprecher des deutschen Ministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren. Das Eidgenössische Finanzdepartement nahm den Medienbericht laut einem Sprecher zur Kenntnis.
In der Liechtenstein-Affäre, in die unter anderem der ehemalige Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel verstrickt war, hatte der Bundesnachrichtendienst rund 5 Millionen Euro für Daten von Steuersündern bezahlt. Dies löste jedoch in der Öffentlichkeit eine hitzige Diskussion aus.
Laut der FAZ übergab der Informant den Steuerfahndern Testmaterial. Die Überprüfung dieser Stichprobe ergab, dass in allen fünf Fällen eine Steuernachzahlung von jeweils einer Million Euro fällig würde.
Die Ermittler schätzen, dass die Unterlagen rund 100 Millionen Euro in die Staatskasse spülen würden, wenn Schäuble sich auf den Handel einliesse, schreibt die FAZ weiter.
Dies allerdings kann sich negativ auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland auswirken. Zurzeit verhandeln die beiden Länder über ein neuen Doppelbesteuerungs-Abkommen, das Amtshilfe auch im Fall von Steuerhinterziehung und nicht lediglich bei Steuerbetrug vorsieht.
swissinfo.ch und Agenturen
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