Erst gescheitert, nun geehrt
Die Initianten der Solarinitiative und die Verfechter der zwei Energievorlagen haben den Europäischen Solarpreis 2001 erhalten. Das Volk hat die Begehren vor gut einem Jahr verworfen.
Bei der Preisübergabe in Berlin hiess es, die 1992 lancierte Solarinitiative habe die Sonnenenergie in der Schweiz wirkungsvoll gefördert. Ihr Komitee sei politisch, wissenschaftlich, ökologisch und ökonomisch breit abgestützt gewesen. Als ebenso vorbildlich bezeichnete die Jury die parlamentarische Mehrheit für erneuerbare Energien.
Das Volk hatte die Solarinitiative am 24.September 2000 mit 68,1% Nein deutlich bachab geschickt. Die Energievorlagen – Förderabgabe und Energielenkungsabgabe – verwarf der Souverän knapper mit 53,4 beziehungsweise mit 55,4%.
Energiewende wäre möglich gewesen
Die Solarinitiative hatte für 25 Jahre eine Abgabe verlangt von 0,5 Rappen pro Kilowattstunde auf den nicht erneuerbaren Energien Erdöl, Gas und Uran. Der Ertrag von rund 750 Mio. Franken im Jahr sollte mindestens zur Hälfte für die Sonnenenergie eingesetzt werden. Der Rest wäre für die rationelle Energienutzung reserviert gewesen.
Die beiden Energievorlagen hätten eine ökologische Steuerreform gebracht. So hätte die Lenkungsabgabe ebenfalls erneuerbare Energien belastet. Ihr Satz wäre maximal zwei Rappen pro Kilowattstunde gewesen. Der milliardenschwere Ertrag wäre über eine Reduktion der Lohnabzüge für die Sozialversicherungen um bis zu 0,65 Prozentpunkte an Arbeitnehmer und Unternehmer zurückgeflossen.
SP, die Grünen und einige Zugewandte aus dem bürgerlichen Lager hatten für eine dreifaches Ja plädiert. Der Bundesrat hatte ähnlich argumentiert, jedoch die Solarinitiative bekämpft.
Solarpreis für Unternehmen
Der Solarpreis 2001 für innovative Unternehmen wurde für einen Wohn-, Gewerbe- und Ausstellungsbau von Heidi und Peter Schibli in Gams SG vergeben. Die Jury lobte das Gebäude wegen des Minergie-Standards und der Tatsache, dass 60% des Energiekonsums von Sonnenkollektoren geliefert werden.
swissinfo und Agenturen
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