Erwärmung könnte Alpenklima besonders stark beeinflussen
Das Klima des Alpenraums könnte besonders stark auf die globale Erwärmung reagieren. Laut einer am Mittwoch (28.06.) in Bern vorgestellten Studie "Klimawandel im Schweizer Alpenraum" ist dabei mit grossen und jahreszeitlichen Unterschieden zu rechnen.
Klare Aussagen über das künftige Klima in der Schweiz könnten aber noch nicht gemacht werden.
Das vom Geographischen Institut der Universität Bern verfasste Werk zeigt auf, dass nach dem heutigen Wissensstand trotz dem Vorliegen einer Vielzahl von Studien und Modellsimulationen nur beschränkte Aussagen über die zu erwartenden Veränderungen der atomsphärischen Zirkulation im Raum Nordatlantik-Europa gemacht werden können. Und zwar unter anderem deshalb, weil sich die Alpen in einem Übergangsraum befinden.
Die heute vorliegenden Resultate zeigten jedoch klar das Potenzial für komplexe und signifikante Veränderungen auf. Grosse Lücken bestünden insbesondere im Hinblick auf die zu erwartenden Änderungen für den Sommer, und noch viel mehr für die Übergangsjahreszeiten, obwohl Klimaverschiebungen gerade in diesen Jahreszeiten für viele Sektoren wie beispielsweise Wasser- und Landwirtschaft von besonderer Tragweite sein könnten.
Klar nachgewiesen werden kann aber, dass Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation ein erhebliches Potenzial für signifikante Veränderungen im Niederschlag beinhalten. Dies gilt laut den Verfassern für die Alpennord- wie auch für die Alpensüdseite und für alle Jahrezeiten.
Die Analyse der bestehenden regionalen Klimaszenarien zeige schliesslich, dass in den nächsten Jahren unmöglich Abschliessendes zur Frage der zukünftigen Klimaänderung in den Alpen und spezifisch zur Schweiz zu erwarten sei, sagte Professor Heinz Wanner als einer der Autoren. Szenarien liessen jedoch darauf schliessen, dass das Klima des Alpenraums besonders stark auf eine globale Erwärmung reagieren könnte. Dabei sei aber mit grossen regionalen und jahreszeitlichen Unterschieden zu rechnen.
swissinfo und Agenturen
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