Gefahr für den König der Lüfte
Lachmöwe und Steinadler sind neu auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvogel-Arten der Schweiz.
Der Brutbestand der Lachmöwe ist in den Neunzigerjahren stark zurückgegangen – auch in anderen Teilen Europas, teilte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL am Donnerstag mit. Die Einstufung des Steinadlers als verletzliche Art sei durch die knappe Bestandesgrösse bedingt.
Potenziell gefährdet…
Welche Vögel bedroht sind, zeigt die Rote Liste der gefährdeten Brutvogelarten, welche das BUWAL und die Vogelwarte Sempach aktualisiert haben. Sechs potenziell gefährdete Arten kamen seit 1994 dazu.
Unter diesen sechs potenziell gefährdeten Arten zeigten fünf eine schwindende Tendenz, nämlich Birkhuhn, Feldlerche, Nachtigall, Waldlaubsänger und Fitis. Die Schleiereule kann ihren Bestand wohl nur dank künstlicher Nisthilfen halten.
Zu Besorgnis Anlass geben auch weitere potenziell gefährdete Arten wie Heidelerche, Dorngrasmücke und Zaunammer, die sich aus grossen Teilen des Kulturlandes zurückgezogen haben.
… vom Aussterben bedroht oder verletzlich
Von den in der Schweiz regelmässig brütenden 195 Vogelarten stehen 77 oder 39,5 Prozent auf der Roten Liste. Sechs dieser 77 Arten wie der Rotschenkel und die Haubenlerche sind bereits ausgestorben. Vom Aussterben bedroht sind Rebhuhn, Steinkauz und sieben andere Arten.
18 Arten werden als stark gefährdet, 44 als verletzlich eingestuft wie zum Beispiel der Uhu.
Als Warnung gedacht
Rote Listen sind Warnsignale für den Naturschutz und gleichzeitig Instrumente für die Beurteilung von Lebensräumen und den Erfolg von Schutzmassnahmen. Weitere Rote Listen über Blütenpflanzen und Farne, Erd- und Baumflechten sowie Libellen sind in Arbeit.
swissinfo und Agenturen
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