Jugend-Visionen für die Schweiz von morgen
Was wollen wir für eine Schweiz in 20 Jahren? Diese Frage versucht ein Expo-Projekt der Stiftung Zukunftsrat zu beantworten.
Unter dem Motto «14-19. Gestalte deine Zukunft» ist dieser Tage ein Jugendprojekt lanciert worden. Die Schweizer Jugend im Alter zwischen 14 und 19 Jahren ist aufgerufen, im Vorfeld und während der Landesausstellung Expo.02 ihre Visionen für die Schweiz zu skizzieren. Dazu hat die Stiftung Zukunftsrat via kantonale Erziehungs-Direktionen Unterlagen an alle Lehrkräfte der 7. – 12. Klassen und zahlreiche Jugendgruppen in der ganzen Schweiz sowie an die Schweizerschulen im Ausland verschicken lassen.
Das Projekt «14-19. Gestalte deine Zukunft» wurde von der Stiftung Zukunftsrat initiiert und beruht auf den Jugendprojekten, die die Stiftung in den letzten Jahren auf lokaler und regionaler Ebene durchgeführt hat und weiter durchführt. Ziel der 1997 gegründeten gemeinnützigen Stiftung ist der Aufbau von Zukunftsräten in Schulen, Gemeinden, Regionen, Kantonen und auf Bundesebene.
Das Patronat des Expo.02-Projektes haben die Schweizerische Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK) und die Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Privatschulen (ASP) übernommen. Finanziert wird das Projekt mit je einer Million Franken von Ciba Spezialitäten-Chemie und Clariant.
Einzigartige Chance
Der Rahmen der Expo.02 ermögliche es erstmals, Zukunftsrat-Projekte auf nationaler Ebene durchzuführen, sagt Robert Unteregger, Geschäftsleiter der Stiftung Zukunftsrat, gegenüber swissinfo. Das Projekt «14-19. Gestalte deine Zukunft» sei eine einzigartige Chance für Jugendliche, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Auch Sabine Gresch, eine der jüngsten Grossrätinnen des Kantons Bern und Mitglied der Arbeitsgruppe Berner Jugend-Zukunftsrat, die sich für das Expo-Projekt engagiert, ist dieser Ansicht.
Vor der Expo.02 sollen nun Schulklassen und Jugendgruppen aus der Schweiz und dem nahen Ausland Vorstellungen für ihr zukünftiges Leben in ihrem Umfeld entwickeln. Sie sollen Ziele formulieren, sich erste Schritte dahin überlegen und diese in Form von Projekt-Arbeiten realisieren.
Die erarbeiteten Projekte werden bis zum 28. Februar 2002 bei der Projekt-Leitung eingereicht. Daraus wählt eine Jury, bestehend aus je sechs Jugendlichen und Erwachsenen, die Teilnehmer aus, die ihre Zukunfts-Arbeiten an verschiedenen Anlässen der Expo.02 fortsetzen können.
Tag der Zukunft
Während der Expo.02 findet dann auf jeder Arteplage ein fünftägiger Event zur Zukunft der Gesellschaft statt. Klassen, Jugendgruppen und Einzelne, deren Projekte ausgewählt worden sind, diskutieren, texten und gestalten ihre Zukunftsvisionen, unterstützt von prominenten Persönlichkeiten aus verschiedenen Wissensbereichen. Die Themen: «Macht und Freiheit», «Augenblick und Ewigkeit», «Natur und Künstlichkeit» sowie «Ich und das Universum».
Der Höhepunkt, so Robert Unteregger von der Stiftung Zukunftsrat, gegenüber swissinfo, soll schliesslich am «Tag der Zukunft», am 4. September 2002, auf der Arteplage Biel stattfinden. Es sei vorgesehen dass dann 400 Jugendliche ihre Projekte mit Entscheidungs-Trägern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur diskutieren und Vereinbarungen zur Umsetzung treffen werden.
Jean-Michel Berthoud
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