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Kein Kampf der Kulturen

Bundesrätin Ruth Dreifuss neben der stellvertretenden Kulturministerin Südafrikas, Bridget Mabandla, und der kanadischen Kulturministerin Sheila Copps. Keystone

Zum Auftakt des Internationalen Kulturminister-Treffens in Luzern rief Bundesrätin Ruth Dreifuss zum interkulturellen Dialog auf. Die Taten des Hasses dürften in keinem Fall zu einem Kampf der Kulturen führen.

Der Nachhall der tragischen Ereignisse in den Vereinigten Staaten war auch an der gemeinsamen Veranstaltung des Europa Forums Luzern und des Kulturministertreffens unüberhörbar.

Die Taten des Hasses riefen nach Klärung, sagte Kulturministerin Dreifuss, diese dürfe jedoch auf keinen Fall zu einem Kampf der Kulturen, zu einer Betonung der Gegensätze «Westen» kontra «Islam» führen. Es gelte, sich auf das Weltwissen zu besinnen. Auf die Weltkultur, zu der jede Nation etwas beitrage.

Die Globalisierung, welche viele Menschen verunsichere, erfordere globales Handeln. Kein multikultureller Einheitsbrei, sondern das Miteinander der Kulturen und die gelebte Vielfalt aller Völker seien Antworten im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und Gewalt-Eskalationen.

Kultur täglich gelebt

Die kanadische Kulturministerin Sheila Copps, abwechselnd französisch und englisch sprechend, erinnerte daran, dass 86% aller Internet-Sites in Englisch verfasst sind und jährlich etwa 10 Sprachen verloren gehen.

Kultur sei kein Produkt, rief sie engagiert, Kultur werde gelebt, täglich. Weiter analysierte Coops die kulturelle Vielfalt im kanadischen Kontext und unterstrich die Bedeutung der INCP (International Network on Cultural Policy), dem internationalen Netzwerk für Kulturpolitik.

INCP wolle ein Programm formulieren, das jedem Land Instrumente in die Hand lege, um die kulturelle Vielfalt zu schützen und gleichzeitig zu fördern.

Auch andere Prioritäten

Die stellvertretende Kulturministerin von Südafrika, Bridget Mabandla, unterstrich, wie wichtig der Schutz des reichen kulturellen Erbes, der Zugang zu kulturellen Ressourcen auch in Afrika sei.

Gleichzeitig machte sie aber auch klar, dass in einem Land, in welchem noch lange nicht alle Zugang zu Wasser haben, die Prioritäten anders gewichtet werden.

Brigitta Javurek

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