Millionenteure Sondermüll-Sanierung
Die Sondermüll-Deponie im aargauischen Kölliken soll für 300 bis 350 Mio. Franken vollständig saniert werden. Die Aargauer Regierung beantragt dem Parlament einen Kredit von 82 Mio. Franken für die Arbeiten bis 2006. Grundeigentümer bereiten eine Schadenersatzklage gegen den Kanton vor.
Die Deponie wurde seit Ende der 70er Jahre genutzt. Bis zu ihrer behördlichen Schliessung Mitte der 80er Jahre wurden dort Abfälle deponiert. Dabei handelt es sich um teilweise praktisch nicht abbaubare chlorierte organische Verbindungen, die ein langfristiges Risiko für das Grundwasser-Vorkommen der Region (des unteren Suhrentals) darstellen.
Ein grosser Teil der eingelagerten Fässer ist zwar noch intakt. Experten gehen aber davon aus, dass sie langfristig undicht werden. Ein internationales Experten-Gremium kam schliesslich zum Schluss, dass nur ein kompletter Rückbau der Deponie zum Sanierungsziel führen könne. Die Sanierung soll bis 2015 dauern. Allein die Entnahme, Triage und Entsorgung des eingelagerten Materials unter strengsten Sicherheits-Massnahmen soll fünf bis acht Jahre beanspruchen.
Aargau, Zürich sowie die Basler Chemie müssen zahlen
Der Aargauer Regierungsrat hat nun am Mittwoch die Botschaft für einen Sanierungskredit an den Grossen Rat veröffentlicht. Wann die Botschaft im Parlament behandelt wird, ist noch offen. Die geschätzten Kosten für die laufenden Sicherungs-Massnahmen sowie die Projektierung und den Start des Rückbaus bis im Jahr 2006 belaufen sich auf 196,6 Mio. Franken. Der Anteil des Standortkantons beläuft sich damit auf 82 Mio. Franken.
Im gleichen Ausmass wird sich der Kanton Zürich als Mitinhaber beteiligen müssen. Stadt Zürich und Basler Chemie sind je mit 8,33% an der Deponie beteiligt.
Grundeigentümer wollen Schadenersatz
Dem Kanton Aargau droht wegen der Sondermüll-Deponie noch weiteres Ungemach. Eine Interessen-Gemeinschaft betroffener Grundeigentümer bereitet eine Klage gegen die Deponie und den Kanton Aargau vor. Darin soll Schadenersatz für die aus der Nachbarschaft zur Deponie resultierenden Wertverminderungen verlangt werden. Die Klage wird in den kommenden Wochen erwartet.
swissinfo und Agenturen
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