Protest des SBB-Personals
In mehreren Schweizer Städten haben am Montag Protest-Versammlungen des SBB-Personals stattgefunden. In einer Resolution wurde das Lohnangebot der SBB als "schäbig" bezeichnet.
Laut Angaben der Eisenbahn-Gewerkschaften haben in Zürich rund 400, in Genf mehr als 250 sowie in Bern, Bellinzona und Basel jeweils um die 200 SBB-Angestellte an den Protest-Versammlungen teilgenommen. Zugleich wurde eine Resolution verabschiedet, in der sich die Protestierenden von den SBB «zutiefst enttäuscht» zeigten.
Der Grund: Die SBB bieten einen Teuerungs-Ausgleich von 0,5% und keine Reallohn-Erhöhungen an.
Ungerechtigkeit im Vergleich zur «Teppichetage»
Die Gewerkschaften Schweizerischer Eisenbahner- und Verkehrspersonal-Verband (SEV), transfair sowie der Lokomotivführer-Verband (VSLF) kritisieren das SBB-Angebot um so mehr, als dass im Februar bei den Löhnen der sechs Geschäftsleitungs-Mitglieder noch «geklotzt» worden sei.
Seit Monaten würden Überstunden geleistet und auf Freitage verzichtet, heisst es in der Resolution weiter. Eine Besserung sei nicht abzusehen, zumal der Grossseinsatz für die Expo.02 vor der Tür stehe.
«Erstes Signal»
Die Protest-Versammlungen werden als «erstes Signal» verstanden, welches die SBB «zur Besinnung» bringen soll. Wenn diese aber «auf stur» schalteten, sei man entschlossen, weiteren Druck aufzusetzen. Ohne substanzielle Nachbesserungen kehrten die Eisenbahner auch nicht an den Verhandlungstisch zurück.
Am 18. Oktober hatten die Eisenbahn-Gewerkschaften die Lohnverhandlungen mit der SBB AG unterbrochen. Der Teuerungs-Ausgleich sei inakzeptabel, eine Reallohn-Erhöhung überfällig. Die SBB verteidigten damals ihren Teuerungs-Ausgleich und erklärten, Reallohn-Erhöhungen lägen wirtschaftlich nicht drin.
swissinfo und Agenturen
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