Run auf Bergier-Bericht
Der Bergier-Schlussbericht geht weg wie warme Semmeln: Die Lager des Verlags sind praktisch leer. Die zweite Auflage erscheint Mitte April.
«Im Moment können wir nicht nachliefern», bestätigte Martina Kuoni, Sprecherin des Zürcher Pendo-Verlages, am Donnerstag einen Bericht von Radio DRS.
Die vorliegenden Bestellungen hätten noch befriedigt werden können. Wer aber jetzt den Bergier-Schlussbericht kaufen wolle, müsse auf den 12. April vertröstet werden. Die Erstauflage von 5000 Exemplaren der deutschen Ausgabe sei praktisch weg.
Lieferprobleme gab es beim 620 Seiten starken Band «Die Schweiz, der Nationalsozialismus und der zweite Weltkrieg – Schlussbericht der unabhängigen Expertenkommission Schweiz -Zweiter Weltkrieg» . Dies weil der Eidgenössischen Materialzentrale (EDMZ), welche den Schlussbericht herstellt, das Papier ausgegangen war.
Von der französischen Erstauflage von 1500 Exemplaren gibt es hingegen noch genug Exemplare, wie Martina Kuoni sagte. Auch die 25 Einzelbände (rund 11’000 Seiten umfassend), welche beim Zürcher Chronos-Verlag erschienen sind, seien noch erhältlich, sagte Sprecher Hans-Rudolf Wiedmer.
Bestimmte Einzelbände ebenfalls begehrt
Band 1, «Fluchtgut – Raubgut», verkaufte sich so gut, dass er seit Herbst 2001 bereits in der zweiten Auflage vorliegt. Am besten setzten sich gemäss Wiedmer die Bände über Rüstung, Versicherungen und juristische Gutachten ab.
Themen wie Clearing oder Lösegelderpressungen in den Niederlanden interessierten hingegen eher Einzelne und nicht das breite Publikum. «Es sind wissenschaftliche Studien mit einem entsprechenden Markt», sagte er.
Dass der Schlussbericht und die 25 Einzelstudien nicht beim selben Verlag erschienen sind, hat der Bundesrat so entschieden. Der Schlussbericht sollte ursprünglich beim NZZ-Verlag erscheinen. Diese Pläne zerschlugen sich jedoch, weshalb der Pendo-Verlag das Rennen machte. Dass die 25 Einzelbände beim Chronos-Verlag herauskommen sollten, war hingegen von Anfang an so geplant.
swissinfo und Agenturen
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