Zwei Schweizer Touristen in Jemen entführt

Die beiden Schweizer wurden in der jemenitischen Provinz Marib enführt. Keystone Archive

Eine Frau und ein Mann aus der Schweiz sind im Norden Jemens in der Provinz Marib von bewaffneten Stammes-Angehörigen entführt worden.

Dieser Inhalt wurde am 21. November 2005 - 11:15 publiziert

Laut der Schweizer Botschaft in Saudi-Arabien sind Verhandlungen über ihre Freilassung im Gange.

In Jemen sind zwei Schweizer Staatsangehörige entführt worden. Dabei handelt es sich um eine Frau und einen Mann. Das Konsulat in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sei informiert, erklärte der Botschafter in Saudi-Arabien, Dominik Adler, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Er wisse jedoch noch nicht, wer für die Entführung verantwortlich sei und ob es Lösegeldforderungen gebe. Verhandlungen über die Freilassung seien im Gange.

Wie aus Stammeskreisen in Sanaa verlautete, hatten die Touristen Sehenswürdigkeiten in der Unruheprovinz Provinz Marib, 195 Kilometer nordöstlich von Sanaa besichtigt. Sie fielen dabei bewaffneten Kidnappern des El-Obeida-Stammes in die Hände.

Ein Stammesangehöriger war den Angaben zufolge von der Polizei festgenommen worden.

"Der Fall ist dem EDA bekannt", sagte Sprecher Lars Knuchel gegenüber swissinfo. "Es handelt sich um einen Mann und eine Frau mit Schweizer Nationalität. Der Honorarkonsul in Jemen ist in direktem Kontakt mit den lokalen Behörden. Der Grund der Entführung ist uns nicht bekannt."

Von Reisen abgeraten

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät "wegen der prekären Sicherheitslage" von Reisen namentlich in die Provinz Marib ab. Auch zwei weitere Provinzen sowie das Grenzgebiet zu Saudi-Arabien sind zu meiden, wie aus den Reisehinweisen auf der EDA-Internetsite hervorgeht.

Allgemein weist das EDA darauf hin, dass Reisen nach Jemen mit "grossen Risiken" verbunden seien. Entführungen könnten grundsätzlich im ganzen Land stattfinden. Von Einzelreisen ohne lokalen Reiseführer wird abgeraten.

Die Entführung von Ausländern wird von Stämmen im Jemen oft als Druckmittel gegenüber der Regierung benutzt, um die Freilassung inhaftierter Verwandter oder staatliche Leistungen zu erzwingen.

Wiedervereinigung

Die heutige islamisch geprägte Republik Jemen entstand 1990 aus der Wiedervereinigung des islamischen Nord- und des marxistischen Südjemens.

Das Land am südwestlichen Zipfel der arabischen Halbinsel, mit 536'000 Quadratkilometern fast so gross wie Frankreich, gilt als eines der ärmsten Länder der Welt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Jemen ist mit 536'000 Quadratkilometern fast so gross wie Frankreich.
Das EDA rät aufgrund von immer wieder aufflackernden Unruhen von Reisen ins Land ab.
Immer wieder werden Touristen entführt, um inhaftierte Angehörige freizupressen oder Geld zu erhalten.

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In Kürze

Nordjemen wurde 1918 unabhängig vom Ottomanischen Reich.

Grossbritannien zog sich 1967 aus dem Protektorat um den Hafen Aden zurück.

Drei Jahre später orientierte sich die südliche Regierung am Marxismus.

Nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg zwischen Norden und Süden entstand 1990 die heutige Republik Jemen.

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