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Politik und das runde Leder


Demokratie gegen Fussball 1:1







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 (shutterstock.com)
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Ist Demokratie gut für den Fussball? Anders gefragt: Ist eine Nationalmannschaft aus einem demokratischen Land erfolgreicher als ihr Gegner aus einem autoritär geführten Staat? Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Erfolgen im Sport ist nachgewiesen. Aber wie steht es um politische Systeme und Fussball?

Es gibt tatsächlich eine starke Korrelation zwischen Demokratie und dem Erfolg ihrer Fussball-Nationalmannschaften. Wobei da auch noch andere Faktoren bestimmend sind. Hier also das Märchen von den gemischten Einflüssen auf das Ranking der Nationalteams.

Sportliche Erfolge eines Landes hängen mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Dies ist für Olympia sehr gut nachweisbar. Aber wie hängen Wirtschaftslage, Anzahl der lizenzierten Fussballspieler, Demokratisierungs-Grad und Leistung der Kicker auf dem Feld zusammen? All diese Faktoren sind in der folgenden Grafik berücksichtigt.

Was sie zeigt: Länder mit mehr Demokratie haben signifikant bessere Nationalteams. Dennoch kann nicht auf eine Kausalität geschlossen werden. Schliesslich lässt sich auch nachweisen, dass der Konsum von Mozzarella-Käse mit der Zahl der ausgebildeten Ingenieure korreliert.

Interessanterweise aber hängen das Wohlergehen eines Landes, gemessen im BSP pro Kopf sowie die Anzahl der dortigen Fussballspieler mit der Stärke der Nationalmannschaft zusammen. Dies aber in geringerem Umfang als beim Demokratiegrad.*

Der Demokratie-Index 2015, erstellt vom Wirtschaftsmagazin Economist, dient als Grundlage. Er basiert auf 60 Kriterien in fünf Gruppen. Gemessen werden etwa Pluralismus, bürgerliche Freiheiten und die politische Kultur.

Anstelle der FIFA-Länderrangliste wurde das ELO Ranking als Gradmesser für die Stärke der Nationalteams herangezogen. Obwohl diese nicht gross differieren, zeigte sich, dass die ELO-Liste viel präziser ist als jene der FIFA.

Reichere Länder haben am meisten Demokratie. Das ist nicht neu. Dies zeigt die Grafik mit den dunklen Blasen rechts. Aber es gilt: Die Spezialisten haben noch keinen Wirkungszusammenhang zwischen Demokratie und Reichtum nachgewiesen. Wachstum scheint Demokratie zu beflügeln, nicht umgekehrt.

Von den Demokratien weisen Brasilien, Spanien und Deutschland die höchsten ELO-Zahlen auf (über 1900 Punkte). Am anderen Ende der Rangliste sind mit der Elfenbeinküste und Iran allerdings zwei Länder mit einem autoritären Regime ebenfalls sehr erfolgreich auf dem Rasen.

*Die Grundlagen zur Analyse und Visualisierung der Daten finden Sie hier.

  • rho Korrelation ELO-Rangliste vs. BSP pro Kopf: 0.31 (p-Wert: 3.3e-05)

  • rho Korrelation ELO-Rangliste vs. Anzahl der Fussballspieler: 0.2 (p-Wert: 0.009)

Soll Sport zur Förderung des sozialen Wandels eingesetzt werden? Schreiben Sie uns in den Kommentaren!

Oder direkt unserem Autor auf Twitter @duc_qn


(Übersetzung aus dem Englischen: Renat Kuenzi), swissinfo.ch

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