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"Mission impossible" erfüllt

Mit dem Swissair-Logo verschwindet auch die Task Force "Luftbrücke". Keystone

Die Task Force "Luftbrücke" erklärt ihre Aufgabe als erfüllt. Der Überbrückungskredit von einer Milliarde wurde nicht ganz aufgebraucht.

Dieser Inhalt wurde am 28. März 2002 - 16:07 publiziert

Die Task Force "Luftbrücke" wurde drei Tage nach dem Swissair-Grounding vom 2. Oktober ins Leben gerufen - gleichzeitig mit der Eröffnung der Nachlassstundung für verschiedene Gesellschaften der SAir-Group.

Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, sprach am Donnerstag von einer "Sturzgeburt unter äusserst widrigen Umständen". Siegenthaler war bis zu seinem Einzug in den swiss-Verwaltungsrat am vergangenen 6. Dezember Leiter der Task Force.

Der Auftrag der Task Force sei einer "Mission impossible" gleichgekommen, sagte Siegenthaler: Die Grundlage habe ein komprimiertes Projekt gebildet, die Kommunikation zwischen allen wichtigen Beteiligten sei gestört gewesen, und der komplexe Konzern habe zu implodieren gedroht.

In dieser Situation mussten laut Siegenthaler am runden Tisch die verschiedenen Interessen auf ein Ziel gebündelt werden. Nur so habe die Liquidität gesichert, der Businessplan überprüft und die Konsolidierung der flugverwandten Betriebe angegangen werden können.

Der "Luftbrücke" gehörten Vertreter des Bundes, von Crossair und Swissair, der beiden Grossbanken UBS und CS, der Flughafenkantone und Flughafen-Gesellschaften, des Sachwalterteams, der Personalverbände und Bundesverwaltung an.

Zwischenzeitliche Zweifel am Erfolg

Siegenthaler gab zu, mehrmals am Gelingen seiner Mission gezweifelt zu haben. So seien die 450 Mio. Franken, welche der Bund zur Sicherstellung des Flugverkehrs bis Ende Oktober gesprochenen hatte, in den ersten Tagen beängstigend schnell abgeflossen. Wenig motivierend seien auch die ersten Kontakte mit potenziellen Investoren gewesen.

Als Meilensteine bezeichnete Siegenthaler den Bundesratsentscheid vom 22. Oktober, sich an der neuen Fluggesellschaft zu beteiligen und der Swissair einen weiteren Überbrückungs-Kredit zur Verfügung zu stellen. Als wichtig stufte Siegenthaler auch die Genehmigung des Kredits durch das Parlament sowie die letzte Crossair-Generalversammlung in Basel ein, wo der neue Verwaltungsrat gewählt wurde.

Politik in der Führungsrolle

"Das Projekt hat gezeigt, dass die Politik in der Schweiz allen Unkenrufen zum Trotz in der Lage ist, eine Führungsrolle zu übernehmen", sagte swiss-Chef André Dosé.

Nicht ohne Stolz erklärte er, dass vom 1 Mrd. Franken schweren Überbrückungs-Kredit des Bundes 100 bis 200 Mio. Franken zurück in die Bundeskasse fliessen. Dies beweist laut Dosé, dass das Businesskonzept funktioniert. Das neue Unternehmen müsse jetzt stabilisiert werden.

Noch rund 1300 Erwerbslose

Der überwiegende Teil der total 19'000 Beschäftigten der Swissair und der flugverwandten Betriebe hat eine neue Stelle bei der swiss oder ausserhalb des Unternehmens gefunden, sagte Alan Kocher, Sprecher des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco).

Insgesamt seien im Rahmen des Swissair-Groundings 4300 Kündigungen ausgesprochen worden. Davon hätten sich zunächst 2226 Betroffene als arbeitslos gemeldet. Mittlerweile hätten sich 952 wieder abgemeldet, weil sie eine neue Stelle gefunden hätten. Somit verbleiben laut Kocher rund 1300 Beschäftigte der Swissair Group, die weiterhin als arbeitslos registriert sind.

Die neue Schweizer Airline wird mit 9500 Beschäftigten starten. Es ist geplant, den Personalbestand sukzessive auf 10'000 Angestellte aufzustocken. Keiner der Swiss-Beschäftigten verdient weniger als 3000 Franken.

swissinfo und Agenturen

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