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Aargauer Regierung ist gegen flächendeckendes Tempo 30 vor Schulen

Keystone-SDA

Der Aargauer Regierungsrat spricht sich gegen ein flächendeckendes Tempo 30 vor Schulen aus. Er will auch keine systematische Überprüfung der Situationen vornehmen lassen. Im Zeitraum von zehn Jahren gab es fast 400 Unfälle auf Schulwegen.

(Keystone-SDA) Das Ziel der Verkehrssicherheit sei es zwar, Risiken systematisch zu reduzieren, schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung einer Interpellation aus den Reihen von GLP, SP, Grünen und Mitte. Dennoch sei Tempo 30 kein Automatismus.

Tempo 30 müsse stets im Einzelfall auf Eignung, Erforderlichkeit und Verhältnismässigkeit geprüft werden. Bei Kantonsstrassen müssen laut Regierungsrat zudem andere öffentliche Interessen wie die Netzfunktion der Strasse, der Verkehrsablauf und der öffentliche Verkehr mitberücksichtigt werden.

Der Kanton verfolge daher einen risikoorientierten Ansatz und prüfe Massnahmen dort, wo ein konkreter sicherheitsrelevanter Handlungsbedarf bestehe, hält der Regierungsrat fest.

Im Durchschnitt 40 Unfälle pro Jahr

Zwischen den Jahren 2016 und 2025 ereigneten sich laut Kanton im Aargau insgesamt 394 polizeilich registrierte Unfälle mit Kindern (bis 15 Jahre) auf Schulwegen. Davon entfielen 188 auf Kantonsstrassen, 183 auf Gemeindestrassen und 23 auf sonstige Strassen. Auf den Kantonsstrassen wurden in diesen zehn Jahren 24 Kinder schwer verletzt und zwei Kinder getötet.

Der Regierungsrat betont, diese Zahlen seien sehr ernst zu nehmen. Sie liessen für sich allein jedoch keine direkten Rückschlüsse auf infrastrukturelle Defizite zu. Oft spielten auch menschliches Fehlverhalten oder Unaufmerksamkeit eine wesentliche Rolle.

Anlass zur Interpellation war ein tödlicher Unfall, der sich am 11. Juli 2025 auf der Bahnhofstrasse in Aarau auf Höhe der Alten Kantonsschule ereignet hatte. Opfer war eine 22-jährige Frau. Dort gab es zuvor keine Unfälle mit Fussgängern. Der Strassenabschnitt dient als dreispurige Vorsortierung zum stark befahrenen Kreuzplatz, den täglich rund 50’000 Fahrzeuge passieren.

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