Aktion gegen Jungfraubahn glimpflich verlaufen

Wegen des ungewöhnlich grossen Ansturms auf den 'Top of Europe' mussten im Juni viele Touristen abgewiesen werden. Keystone

Die Kantonspolizei Bern hat am Samstag (24.06.) einen Anschlag auf die Jungfraubahn verhindert. Sie konnte dank einem Hinweis einen Brandsatz unschädlich machen, der beim Bahnhof Interlaken Ost deponiert worden war.

Dieser Inhalt wurde am 24. Juni 2000 - 12:49 publiziert

Das Paket, in welchem sich der Brandsatz befand, war offenbar im Zusammenhang mit dem anhaltenden Run aufs Jungfraujoch deponiert worden. Beim Paket war ein Brief mit dem Satz: "Danke Jungfraubahnen für die verunmöglichte Reise zum Joch", wie der Regierungsstatthalter von Interlaken und die Kantonspolizei mitteilten.

Wegen des verdächtigen Objekts wurde der Bahnhofplatz am Samstag um 06.00 Uhr früh abgesperrt. Die Feuerwehr Bödeli mit 36 Mann und zwei Ambulanzfahrzeugen wurden beim Bahnhof auf Pikett gestellt.

Paket zerstört

Um 08.25 Uhr sprengten Spezialisten des 'Dezernats Brände und Explosionen' der Kantonspolizei Bern das Paket. Nach der Zerstörung erwies es sich "als technische Einrichtung mit dem Charakter eines Brandsatzes".

Sprengstoff wurde nicht gefunden. Der Bahnbetrieb wurde nur leicht betroffen. Der Bahnbetrieb von Berner Oberland Bahnen (BOB), SBB und BLS musste in der kritischen Phase für wenige Minuten unterbrochen werden, was zu Verspätungen von gut fünf Minuten führte.

Auf den Zusammenhang der Aktion mit dem Ansturm auf die Jungfraubahn deutet auch die Kopie eines Gutscheins der Raiffeisen- Banken beim Paket hin. Die Bank hatte zu ihrem 100-jährigen Jubiläen ihren Kunden Gutscheine für eine massiv vergünstigte Fahrt auf das Jungfraujoch geschenkt, was zu einem solchen Ansturm führte, dass an verschiedenen sonnigen Tage Leute abgewiesen und auf Ersatzangebote aufmerksam gemacht werden mussten.

"Sprachlos"

Bei der Jungfraubahn (JB) hat man Verständnis, dass es wegen der Massnahmen im Zusammenhang mit dem Ansturm enttäuschte und verärgerte Kunden gab. "Dass man aber zu solchen Methoden greift, macht uns sprachlos", sagte Peter Wenger, Sprecher der JB, auf Anfrage.

Zu Beginn dieser Woche und bereits Anfang Monat habe man Leuten ein Ersatzangebot machen müssen. Sie alle hätten aber zugleich einen Gutschein bekommen, um die Fahrt aufs Joch zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Die Raiffeisen-Jubiläumsaktion dauert noch bis Ende Juni.

Bereits jetzt ist klar, dass die Bahn im Juni den absoluten Rekord an Frequenzen erzielen wird. Man liegt im Moment bei 105'000 beförderten Personen (ganzer Juni 1999: 64 550). Der stärkste Tag war der 1. Juni mit 8148 Passagieren.

swissinfo und Agenturen

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