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6. Januar 1997: die erste Ausgabe der "La Quotidiana". Links der damalige Chefredaktor Enrico Kopatz mit Verleger Hanspeter Lebrument. Heute ist das Blatt in Schwierigkeiten.

KEYSTONE/ARNO BALZARINI

(sda-ats)

Die schlingernde rätoromanische Tageszeitung "La Quotidiana" kann auf Unterstützung aus Bundesbern hoffen. Der Bundesrat will sich an einer Lösung zur Weiterführung des Blattes beteiligen, sofern die Hauptakteure in Graubünden mitziehen.

Als Hauptakteure betrachtet die Landesregierung den Kanton Graubünden sowie den Dachverband der rätoromanischen Sprachverbände, die Lia Rumantscha. Nach bereits erfolgten ersten Kontakten gehe es kurzfristig darum, ein Angebot an rätoromanischen Printmedien aufrecht zu erhalten, schreibt der Bundesrat in der am Dienstag publizierten Antwort auf eine Interpellation des Bündner CVP-Nationalrats Martin Candinas.

Mittelfristig strebt der Bundesrat eine Koordination unter allen rätoromanischen Medien an. Dazu gehöre auch die gebührenfinanzierte Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) mit ihrem umfangreichen Angebot an rätoromanischen Nachrichten via Radio, ergänzt durch Angebote in Fernsehen und Online.

Laut Bundesrat ist eine Unterstützung der rätoromanischen Presse gestützt auf die Sprachengesetzgebung möglich. Einen gewissen finanziellen Handlungsspielraum sieht die Landesregierung offenbar im Zusammenhang mit der Kulturbotschaft 2016 bis 2020. Dort sei beschlossen worden, das Rätoromanische verstärkt ausserhalb des herkömmlichen Verbreitungsgebiets zu fördern sowie die finanziellen Mittel ab 2020 zu erhöhen.

Nach der Feier der Kater

Ende März hatten die "La Quotidiana"-Macher das 20-jährige Bestehen der einzigen rätoromanischen Zeitung gefeiert. Verlegt wird die Tageszeitung mit einer Auflage von 4000 Exemplaren vom Medienhaus Somedia in Chur, das auch die Tageszeitung "Die Südostschweiz" herausgibt.

Nur drei Tage nach der Jubiläumsfeier setzte die Somedia Druck auf. In einem Schreiben an die Bündner Kantonsregierung sowie an die romanische Nachrichtenagentur ANR beantragten Somedia-CEO Andrea Masüger und der Geschäftsführer Medien, Verleger-Sohn Silvio Lebrument, 300'000 Franken pro Jahr zusätzlich aufzubringen.

Wichtige Medien

Der Betrag entspricht dem jährlichen Defizit aus der Produktion der "La Quotidiana". Die Somedia will die Zeitung nur noch bis Ende Jahr produzieren, sofern keine Lösung zur Defizitfrage gefunden wird.

Grundsätzlich spielen die Medien nach Ansicht des Bundesrats eine wichtige Rolle für die Förderung und Lebendigkeit der rätoromanischen Sprache. Die Regierung betont: "Die romanische Sprache ist, will sie weiterhin bestehen, darauf angewiesen, auch im Alltag schriftliche Verwendung zu finden."

SDA-ATS