Welt-Aids-Tag: «Männer machen den Unterschied»
Aids: Men make a difference - mit diesem Slogan will die UNAIDS auf die Rolle der Männer bei der Prävention von HIV und Aids hinweisen. HIV- und Aids-Erkrankungen nehmen weltweit zu - auch in der Schweiz.
«Wenn Männer sich schützen, dann sind auch Frauen und ihre Kinder geschützt. So soll HIV und Aids auch besser bekämpft werden können», erklärte UNAIDS, das HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen, zum Welt-Aids-Tag am Freitag (1.12.).
Schockierende Zahlen
Die jüngsten Zahlen der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) sind schockierend: Allein in diesem Jahr sind weltweit mehr als 3 Mio. Menschen an Aids gestorben, 80 Prozent davon in Afrika, und zwar in den Ländern südlich der Sahara. Auch Osteuropa und Zentralasien verzeichnen einen dramatischen Anstieg. Insgesamt hat Aids bereits 21,8 Mio. Todesopfer gefordert, meldete die WHO.
Allein die Zahl der HIV-Infizierten liege um mehr als 50 Prozent höher als die Schätzungen der Welt-Gesundheits-Organisation auf Basis der 1991 verfügbaren Zahlen.
Zunahme auch in der Schweiz
Auch in der Schweiz ist die Zahl der neu HIV-Infizierten leicht angestiegen: In den ersten zehn Monaten dieses Jahres beträgt die Ziffer 472. Dies entspricht einer Zunahme von über drei Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Die Anzahl der seit 1985 erfassten Personen mit positivem HIV-Testergebnis liegt in der Schweiz bei rund 15’000 Männern und 7’000 Frauen.
Mehr Männer betroffen
In fast allen Teilen der Welt sind mehr Männer als Frauen mit HIV infiziert oder sterben an der Immunschwäche. Dies sei vor allem auf ihr sexuelles Verhalten zurückzuführen, betonte UNAIDS.
In diesem Jahr hätten sich schätzungsweise 2,5 Mio. mehr Männer zwischen 15 und 49 Jahren angesteckt. Damit lebten inzwischen 18,2 Mio. männliche HIV-Infizierte oder Aids-Erkrankte auf der Welt.
Männer gefährden sich selbst und ebenso die Frauen
Männer achteten zu wenig auf ihre Gesundheit und hielten es zu oft für «unmännlich», sich über die Risiken Gedanken zu machen oder Kondome zu benutzen, kritisierte die UNO-Organisation. UNAIDS: «Wenn es gelingen würde, hier bestimmte Verhaltensweisen zu ändern, gäbe es ein enormes Potenzial dafür, die Ausbreitung von Aids zu drosseln.»
Aufmerksamkeit in der Schweiz
Verschiedene Aktionen in der Schweiz versuchten auf die Aids-Problematik Aufmerksam zu machen. In Bern etwa trugen alle Trams und Busse der Städtischen Verkehrsbetriebe eine rote Schleife, das internationale Symbol für die Solidarität mit Aids-Betroffenen.
Informationsstände der Aids-Hilfe Schweiz in zahlreichen Schweizer Städten versuchten diese Botschaft ebenfalls hinauszutragen. Am Abend fanden Fackelmärsche in Basel, Bern, Biel, Zürich und Sitten statt. In verschiedenen Gottesdiensten und Meditationen wurde den Betroffenen gedacht.
Alina Kunz Popper
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