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579 Millionen Reinverlust bei CSG

CSG-Chef Lukas Mühlemann kämpft mit Problemen vor allem im Versicherungsgeschäft. Keystone Archive

Im Gegensatz zur Konkurrentin UBS hat die Credit Suisse Group im zweiten Quartal 2002 tiefrote Zahlen geschrieben - schlimmer, als Analysten erwartet hatten.

Das Versicherungsgeschäft der Winterthur reisst ein grosses Loch in die Kasse.

Nach einem Gewinn von 1,3 Mrd. Franken im Vorjahresraum musste die CSG im zweiten Quartal 2002 einen Reinverlust von 579 Mio. Franken hinnehmen.

Der operative Verlust vor Amortisation von immateriellen Werten und Goodwill beläuft sich auf 285 Mio. Franken. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte die Gruppe noch einen operativen Gewinn von 1,6 Mrd. Fr. ausgewiesen.

Loch grösser als Analysten-Erwartungen

Das Loch in der Kasse des zweitgrössten Schweizer Finanzkonzerns ist damit deutlich grösser, als Analysten erwartet hatten. Die Experten hatten mit einem Reinverlust von 320 Mio. bis 420 Mio. Franken gerechnet. Die Aktien sind entsprechend im frühen Mittwoch-Handel stark unter Druck geraten.

«Dieses unbefriedigende Resultat ist hauptsächlich auf das aussergewöhnlich tiefe Finanzergebnis im Versicherungsgeschäft auf Grund der negativen Entwicklung an den Aktienmärkten zurückzuführen», teilte die CSG am Mittwoch in einem Communiqué mit.

Das Gesamtresultat der Gruppe sei dadurch gegenüber dem zweiten Quartal 2001 mit rund 1,5 Mrd. Franken belastet worden.

Aktienkapitalerhöhung bei Winterthur geprüft

Die Gruppe sei weiterhin angemessen kapitalisiert und habe Massnahmen eingeleitet, um die Kapitalbasis der Winterthur zu stärken. «Weitere Schritte werden derzeit geprüft, darunter die Erhöhung des Aktienkapitals der Winterthur aus überschüssiger Liquidität in der Credit Suisse Group Holdinggesellschaft», hiess es.

«Unser wichtigstes Ziel ist es, die Ertragskraft der Versicherungsbereiche wiederherzustellen», wird CSG-Chef Lukas Mühlemann zitiert. Die CSG habe weitreichende Massnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der sprunghaften Aktienmärkte auf die Kapitalbasis der Winterthur zu begrenzen.

Die Anlagestrategie soll angepasst und die technischen Ergebnisse durch «Prämienanpassungen» verbessert werden. Zudem will der Finanzkonzern die Kosten schneller drücken als bisher.

Dagegen hätten das Private Banking und das Schweizer Firmen- und Privatkunden-Geschäft der CSG angesichts des Umfeldes «solide Ergebnisse» erzielt, teilte Mühlemann mit. «Bei der Credit Suisse First Boston (CSFB) wurden weitere Verbesserungen erreicht.»

Weniger Dividende zu erwarten

Insgesamt hat die Gruppe im ersten Halbjahr 2002 einen Reinverlust von 211 Mio. Franken hinnehmen müssen, nachdem sie im ersten Vorjahressemester noch einen Gewinn von 2,7 Milliarden erzielt hatte. «Ausgehend von den Ergebnissen für das erste Halbjahr ist für 2002 eine tiefere Dividende zu erwarten», hiess es weiter. Deren Höhe werde später festgelegt.

Auch für den Rest des Jahres rechnet der Konzern mit schwierigen Marktbedingungen.

«Im Versicherungsgeschäft muss mit weiteren Verlusten sowie Wertminderungen auf Kapitalanlagen gegenüber deren Einstandswert gerechnet werden», heisst es weiter im Communiqué. Dies könne auch im dritten und vierten Quartal zu negativen Resultaten im Versicherungsbereich führen.

swissinfo und Agenturen

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