Algroup- Aktionäre sagen Ja zu Fusion mit Alcan
Die Aktionäre der Algroup geben ihren Segen für die Fusion der Algroup mit dem kanadischen Alugiganten Alcan. An einer ausserordentlichen Generalversammlung haben sie am Montag (17.07.) sämtliche Anträge des Verwaltungsrates angenommen.
Mit den Beschlüssen der ausserordentlichen Generalversammlung, an der 79 Prozent des stimmberechtigten Kapitals vertreten waren, ebneten die Algroup-Aktionäre den Weg für die geplante Fusion mit Alcan.
Algroup-Präsident Martin Ebner sagte in seiner Ansprache, er sei vom strategischen Wert des Zusammenschlusses überzeugt. Die Fusion eröffne weitreichende Möglichkeiten für weiteres Wachstum und befähige das neue Unternehmen, die künftige Entwicklung der Aluminium- und Verpackungsindustrie weltweit weitgehend mitzubestimmen.
Alcan wird den Algroup-Aktionären Ende August ein Aktienumtauschangebot unterbreiten. Pro Algroup-Aktie werden 17,1 Alcan-Papiere geboten. Werden mindestens 67 Prozent der Algroup-Aktien angedient, ist der Zusammenschluss perfekt. Mit dem Vollzug der Fusion wird im kommenden Herbst gerechnet.
An der ausserordentlichen Generalversammlung sagten die algroup-Aktionäre einerseits ja zur Herabsetzung des Aktienkapitals und einer damit verbundenen Nennwertrückzahlung. Andererseits wurde die Zahlung einer Sonderdividende genehmigt.
Das Aktienkapital der Algroup wird von 679 auf 67,9 Mio. Franken herabgesetzt, der Nennwert je Aktie von 100 auf zehn Franken reduziert. Das freigesetzte Nennwertkapital von 90 Franken je Aktie wird den Aktionären zurückgezahlt. Die gesetzlichen Reserven in der Höhe von 874,6 Mio. Franken werden in freie Reserven umgewandelt und als Sonderdividende von 135 Franken je Aktie ausbezahlt.
Die Kombination aus Barabgeltung von insgesamt 225 Franken und Aktientausch wurde laut Ebner gewählt, um ein günstiges Verhältnis zwischen Schulden und Eigenkapital des neuen Unternehmens zu erreichen.
Gegenüber dem ursprünglichen Angebot, das auf 20,1745 Alcan-Aktien pro Algroup-Aktie gelautet hatte, entspricht dieses Angebot einer Verbesserung von gut fünf Prozent.
Durch die Fusion von Algroup und Alcan entsteht der weltweit zweitgrösste Aluminium- und Verpackungskonzern hinter der US-amerikanischen Alcoa Inc. Die Algroup-Aktionäre werden rund 34 Prozent am neuen Unternehmen halten.
Der Umsatz wird auf 12,4 Mrd. Dollar, die erwarteten Einsparungen auf 150 Mio.
Dollar geschätzt. Alcan ist mit 30.000 Beschäftigten in 30 Ländern weltweit führend in der Herstellung von Primäraluminium und Walzprodukten.
Algroup (23.000 Beschäftigte in 18 Ländern) ist führend bei der Zulieferung an die Auto- und Massentransport-Industrie sowie an die Nahrungsmittel-, Körperpflege- und Pharmaindustrie.
Ursprünglich planten die beiden Unternehmen mit dem französischen Pechiney-Konzern eine Dreierfusion. Massive Einwände der EU-Wettbewerbsbehörde brachten das Vorhaben im vergangenen April zum Scheitern.
Chef des neuen Konzerns wird Alcan-Präsident und Konzernchef Jacques Bougie. Im Verwaltungsrat nehmen BZ- Bankier Martin Ebner, Algroup- Konzernchef Sergio Marchionne, der ehemalige Geschäftsleiter von Alusuisse Wallis, Willi Kerth, sowie Nestle-Konzernleitungsmitglied Rupert Gasser Einsitz.
swissinfo und Agenturen
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