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Raumfahrtnation Schweiz?

Giannis Mavris

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Weltraum gilt manchen als eine nächste «Frontier» – ein Grenzraum, der wirtschaftlich ausgebeutet, politisch beherrscht und militärisch genutzt werden soll. Das gilt in erster Linie für die Grossmächte, die die entsprechenden industriellen Kapazitäten dafür haben und die Big-Tech-Firmen, die dieses Interesse teilen.

Aber der Weltraum ist gross, auch kleinere Staaten mischen mit. Wussten Sie zum Beispiel, dass das Grossherzogtum Luxemburg bereits vor einem Jahrzehnt einen gesetzlichen Rahmen für den Bergbau im All erlassen hat?

Die Schweiz debattiert zurzeit über ein eigenes RaumfahrtgesetzExterner Link. Grob gesagt, geht es darum, den Betrieb von Schweizer Satelliten und anderen wirtschaftlichen Aktivitäten im Weltraum zu regeln. Die Schweiz betreibt schon lange Weltraumforschung und entwickelt Technologien, die im All eingesetzt werden. Diese kommen etwa in europäischen, amerikanischen oder chinesischen Missionen zum Zug. Mindestens 16 Staaten sind heute in der Lage, eigene Satelliten in die Umlaufbahn zu schiessen; dazu kommen private Firmen. Immer mehr Staaten gründen eigene Raufahrbehörden und erlassen Raumfahrtgesetze.

Das hat auch Folgen weit oben im All:

Grafik Weltall
SWI swissinfo.ch / Kai Reusser

Daneben geht es auch um die Umsetzung von Weltraumverträgen der UNO, die schon seit Jahrzehnten existieren. Ob sich die UNO im All besser durchsetzen kann als auf der Erde? Sicher ist, dass die Spannungen zunehmen, vor allem seit der russischen Grossinvasion in die Ukraine. Ab wo eigentlich das Weltall beginnt, ist nämlich eine Frage, die nicht endgültig geklärt, aber beispielsweise beim Einsatz von Raketen relevant ist – das All darf nur eingeschränkt militärisch genutzt werden. Eigentlich.

Die Schweiz will sich als Brückenbauerin im Weltall positionieren, im Einklang mit ihrer selbstzugeschriebenen Rolle auf der Erde (lesen Sie hier unseren Beitrag dazu). Bei Konflikten im Weltall zu vermitteln, das wäre die konsequente Weiterentwicklung der Schweizer Diplomatie und der Guten Dienste. Die Frage ist, ob es da oben Bedarf dafür geben wird.

Was ist Ihre Meinung dazu? Sie können mir wie immer schreiben auf giannis.mavris@swissinfo.ch

Mit freundlichen Grüssen,

Giannis Mavris

P.S. Wenn Sie den Newsletter nützlich finden, können Sie ihn gerne an Interessierte weiterleiten – hier kann man ihn abonnieren.

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