Ohne Zuwanderung würde die Schweizer Bevölkerung stark altern
Die Zuwanderung sorgt nicht nur für ein Bevölkerungswachstum in der Schweiz, sondern bremst auch die Überalterung der Bevölkerung. Ohne sie gäbe es im Land deutlich weniger Erwerbstätige und mehr Rentner:innen, was direkte Auswirkungen auf die AHV und die Krankenkassenprämien hätte.
Die Bevölkerung der Schweiz wächst schnell. Zu schnell, wie die SVP meint. Mit ihrer Initiative zur Begrenzung der Zuwanderung, die seit Jahrzehnten der Hauptmotor des Bevölkerungswachstums ist, will die Partei die Einwohner:innenzahl auf 10 Millionen begrenzen. Der Text, über den am 14. Juni 2026 abgestimmt wird, verspricht, die Infrastruktur – vom Wohnungsbau bis zum Verkehr – sowie den Lebensstandard zu erhalten.
Aber wie würde eine Schweiz ohne Zuwanderung aussehen? Abgesehen von der Zahl der Einwander:innen würde sich vor allem die Altersstruktur der Bevölkerung grundlegend ändern. Ohne die 2,5 Millionen Ausländer:innen würde die Schweiz deutlich schneller altern, wie die Daten des Bundesamts für Statistik (BFS)Externer Link zeigen.
Das Durchschnittsalter der Schweizer:innen liegt heute bei 44,5 Jahren. Dasjenige der in der Schweiz lebenden Ausländer:innen beträgt nur 37,5 Jahre, also sieben Jahre weniger.
Ausländer:innen viel häufiger im erwerbsfähigen Alter
Der Unterschied wird noch deutlicher, wenn man die Verteilung zwischen Jugendlichen (0-19 Jahre), Erwerbstätigen (20-64 Jahre) und Senior:innen betrachtet.
Unter den Schweizer:innen beträgt der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter 56%. Bei den in der Schweiz lebenden Ausländer:innen beträgt er fast 72%. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Senior:innen in der Schweizer Bevölkerung viel höher: Fast 24% der Schweizer:innen haben das Rentenalter erreicht, während es bei den Ausländer:innen nur 8% sind.
Der Ausländer:innenanteil ist in den Altersgruppen zwischen 30 und 49 Jahren besonders hoch. In diesen Altersgruppen machen Ausländer:innen rund 40% der Bevölkerung aus. Bei den über 80-Jährigen sinkt ihr Anteil hingegen auf etwa 10%.
Ein Loch in der Krankenversicherung und der AHV
Eine schnellere Alterung der Bevölkerung hätte mehrere direkte Folgen. Eine davon lässt sich relativ leicht messen: die Auswirkungen auf die Gesundheitskosten.
Im Durchschnitt zahlt eine 38-jährige Person pro Jahr 5076 Franken an Krankenkassenprämien und verursacht Kosten von 2937 Franken in der GrundversicherungExterner Link. Ihre Bilanz ist damit positiv – in Höhe von 2139 Franken.
Eine 73-jährige Person zahlt die gleichen Prämien, verursacht aber Kosten in Höhe von 9652 Franken. Ihre Bilanz wird also negativ, und zwar um 5476 Franken.
Mit anderen Worten: Eine beschleunigte Alterung der Bevölkerung würde die Finanzierung der Grundkrankenversicherung belasten.
Die gleiche Logik gilt für die AHV: Die Beiträge der Erwerbstätigen finanzieren die Renten der Rentner:innen. Ein höherer Anteil an Senior:innen würde den Druck auf das System erhöhen.
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