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Ausverkauf drückt Preisniveau

Der Winterausverkauf hat die Teuerung im Januar gesenkt. Keystone

Der Winterausverkauf im Januar hat die Monats-Teuerung in der Schweiz um 0,2% sinken lassen. Die Jahresteuerung nahm aber trotzdem zu.

Der Landesindex der Konsumentenpreise wurde vom Bundesamt für Statistik auf einer neuen Indexbasis berechnet.

Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete Landesindex für Konsumentenpreise ist im Januar um 0,2% zurückgegangen. Er erreichte auf der neuen Indexbasis vom Dezember 2005 einen Stand von 99,8 Punkten.

Trotz dieses Rückgangs ist die Jahresteuerung aber gestiegen. Sie betrug im Berichtsmonat 1,3%, verglichen mit 1,0% im Dezember 2005 und mit 1,2% ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: In der Euro-Zone stieg die Jahresteuerung im Januar auf 2,4%.

Der Anstieg der Jahresteuerung in der Schweiz ist laut BFS auf den statistischen Basiseffekt zurückzuführen. Er rührt daher, dass der Landesindex zwischen Januar 2005 und Dezember 2004 stärker zurückgegangen war als nun zwischen Januar 2006 und Dezember 2005.

Ausverkauf entscheidend

Billiger geworden sind im Monatsvergleich vor allem Kleider und Schuhe. Ihre Indexziffer ging auf Grund der Ausverkaufspreise um 13% zurück. Auch das Heizöl war wieder etwas günstiger, die Preise sanken um 0,7%. Im Vergleich zum Januar vor einem Jahr kostete Heizöl aber satte 45,7% mehr.

Bei den Treibstoffpreisen wurde ein Rückgang von 0,5% verzeichnet, die Autofahrer mussten damit aber immer noch 16,5% mehr bezahlen als vor Jahresfrist.

Gastronomie und Nahrungsmittel teurer

Teurer geworden sind auch das Abendessen im Restaurant sowie Hotelübernachtungen. Die Indexziffer für Restaurants und Hotels stieg um 1,2%.

Bei den Nahrungsmitteln und Getränken resultierte ein Preiszuwachs von 0,9%. Stark verteuert hat sich dabei das Gemüse, das 23,2% mehr kostete als noch im Dezember. Billiger wurden demgegenüber Schokolade sowie zahlreiche Fleischwaren.

Das Preisniveau der Inlandgüter hat sich unter dem Strich im Januar um 0,4% erhöht. Die Preise der Importgüter gingen hingegen gesamthaft um 1,7% zurück, auch hier hatten die Abschläge bei Kleidern und Schuhen massgebenden Anteil daran.

Neue Indexbasis für den Warenkorb

Seit der Revision im Jahr 2000 wird der Warenkorb alljährlich neu gewichtet. Seit Januar 2006 wird der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) auf der neuen Indexbasis (Dezember 2005 = 100 Punkte) berechnet. Der LIK 2005 ist der direkte Nachfolgere des bisherigen Landesindexes.

Die neue Indexbasis ist für Corinne Becker vom Bundesamt für Statistik «keine Revolution», wie sie gegenüber swissinfo sagt. » Eine radikale Veränderung der Indexbasis hat im Jahr 2000 stattgefunden.»

Präzisere Erhebungen, weniger Regionen

Laut Becker berücksichtigt das BFS in diesem Jahr die Kassenbelege der grossen Einkaufszentren. «Das wird uns präzisere Daten geben.»

Gleichzeitig hat das BFS hat die Anzahl der Regionen, in denen Erhebungen gemacht werden, von 16 auf 11 eingeschränkt. «So können wir sparen, ohne dass die Ergebnisse qualitativ verschlechtert werden», sagt Becker. «Denn in der Schweiz ist die Preisentwicklung ziemlich homogen.»

swissinfo und Agenturen

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst die Teuerung der Konsumgüter (Warenkorb) in der Schweiz.

Er ist einer der wichtigsten Wirtschafts-Indikatoren.

Er wird als allgemein anerkannte Orientierungs-Hilfe in Politik und Wirtschaft herangezogen.

Er ist massgebend für die Geldpolitik der Schweizerischen National-Bank sowie für die Anpassung von Löhnen, Renten und Tarifen.

Der LIK ist auch ein Wirtschaftsindikator für Ländervergleiche.

Der 1922 eingeführte LIK wird monatlich vom Bundesamt für Statistik (BFS) aufgrund von rund 50’000 erhobenen Preisen berechnet.

Wichtige Elemente für den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK 2005):

Neue Produktekategorien: Energie-Drinks, Musikunterricht, Baby-Artikel.

Publikation der Telefonie-Tarife (Festnetz, Mobil, Interenet).

Publikation der Preisentwicklung von Benzin und Diesel.

Verbesserung der Preiserhebungen.

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