Bessere soziale Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Caritas stuft jeden 10. Arbeitsplatz in der Schweiz als "prekär" ein. Besonders betroffen von unsicheren Jobs und mangelndem Versicherungs-Schutz sind die Frauen.
«Von Flexibilisierung und Deregulierung profitiert nur ein kleiner Teil der Arbeitnehmenden, nämlich die hoch bezahlten und gut qualifizierten Kräfte», sagte Caritas-Direktor Jürg Krummenacher am Dienstag in Bern.
Jedes 10. Arbeitsverhältnis ist prekär
Unter «prekär» versteht das Hilfswerk instabile Arbeitsplätze, fehlende Schutzbestimmungen oder mangelnde Gewährleistung der Existenz-Sicherung. Dazu gehören befristete Arbeitsverhältnisse, Temporär- und Teilzeit-Jobs, Arbeit auf Abruf sowie Aushilfs- und Gelegenheits-Arbeiten.
Caritas schätzt, dass auf die rund 4,2 Millionen erwerbstätigen Personen in der Schweiz rund 400’000 potenziell prekäre Arbeits-Situationen kommen. Damit müsse jedes zehnte Arbeitsverhältnis in der Schweiz als prekär eingestuft werden, sagte Caritas-Direktor Krummenacher.
Frauen besonders betroffen
Das Caritas-Positionspapier «Prekäre Arbeitsverhältnisse in der Schweiz» nimmt auch die Situation der Frauen unter die Lupe, denn diese sind besonders betroffen: Caritas geht davon aus, dass rund 290’000 Frauen unter unzumutbaren Verhältnissen arbeiten. Auf die Anzahl erwerbstätiger Frauen hochgerechnet betrifft dies 16,8% oder jede sechste Frau im Arbeitsleben.
«Fast jedes zweite Einkommen erwerbstätiger Frauen ist von der obligatorischen beruflichen Vorsorge ausgeschlossen», sagte Co-Autor Carlo Knöpfel. Caritas fordert deshalb, dass tiefe Einkommen im Gesetz über die Berufliche Vorsorge (BVG) besser berücksichtigt werden.
Ausdehnung der Gesamt-Arbeitsverträge
Caritas setzt sich im weiteren dafür ein, grundsätzlich jegliche Form von Arbeit Gesamtarbeits-Verträgen zu unterstellen. Zudem erwartet die Caritas, dass der Bundesrat den Vorschlägen der betreffenden Experten-Gruppe folgt und die Schwarzarbeit energisch bekämpft.
swissinfo und Agenturen
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