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Credit Suisse korrigiert Wachstumsprognose nach oben

Die Grossbank Credit Suisse (CS) hat ihre Wachstumserwartung für die Schweizer Wirtschaft kräftig nach oben korrigiert. Sie erwartet eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 3,3 Prozent in diesem und von 2,8 Prozent im kommenden Jahr.

Vor den Sommerferien hatte sie noch ein Wachstum von 2,8 beziehungsweise 2,5 Prozent vorausgesagt.

Der Schweizer Wirtschaft gehe es sehr gut, heisst es in der jüngsten Ausgabe des CS-Kundenmagazins «Bulletin» vom Freitag (25.08.). Das Jahr 2000 dürfte zum stärksten Konjunkturjahr seit 1990 werden. Die Inlandnachfrage und die Exporte seien robust, der private Konsum zeige keine Ermüdungserscheinungen. Die Bautätigkeit löse sich zusehends aus der langjährigen Stagnation.

Neben dem BIP-Wachstum wurde auch die Inflationserwartung leicht nach oben korrigiert. Die CS geht nun von 1,6 beziehungsweise 1,8 Prozent aus, verglichen mit 1,3 beziehungsweise 1,7 Prozent zuvor. Bei der Arbeitslosenquote wurde die Erwartung bei je 1,9 Prozent belassen.

Arbeitsmarkt könnte Wachstumshemmer werden

Kurz- und langfristig könnte der zwar flexible, aber sehr enge Arbeitsmarkt für die Schweizer Wirtschaft wachstumshemmend wirken, wie aus einer gleichentags veröffentlichten CS-Studie hervorgeht.

Derzeit herrsche im ökonomischen Sinne Vollbeschäftigung. Der Mangel an Arbeitskräften werde kurz- und mittelfristig zu einem Lohndruck führen. Die internationale Wettbewerbsposition der Schweiz werde dann gefährdet, wenn die Lohnstückkosten in den Konkurrenzländern weniger stark stiegen, heisst es in der Studie unter anderem.

Anhaltender Arbeitskräftemangel werde sich nicht nur in geringerem Wirtschaftswachstum niederschlagen, sondern auch das Sozialversicherungssystem, den stetigen Transformationsprozess der Wirtschaft und die Standortattraktivität der Schweiz für Direktinvestitionen negativ beeinflussen. Deshalb spielten die politischen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle.

Zwar böten die bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU einige Pluspunkte; doch könnten die im neuen Ausländergesetz vorgesehenen Kontingente für die Rekrutierung gut qualifizierter Leute in Drittstaaten schon bald zu knapp sein. Und die 18-Prozent-Initiative, über die am kommenden 24.September abgestimmt wird, liege völlig quer in der Landschaft.

Zum einen sei fraglich, ob die EU den damit verbundenen Einwanderungsstopp einfach hinnehmen würde, zum andern würden die Standortattraktivität der Schweiz und ihr internationales Ansehen dadurch negativ beeinflusst. Die Schweiz sei aber auf Jahre hinaus auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.

Die Asylpolitik dürfe die Zuwanderung besser Qualifizierter nicht behindern. Befürwortet wird auch ein Überdenken der Einbürgerungspraxis, durch die längerfristig zusätzliche Kontingente geschaffen werden könnten.

In der Studie wird unter anderem auch eine Bildungsoffensive gefordert, um einen früheren Berufseinstieg zu ermöglichen. Anzustreben sei auch eine höhere Erwerbstätigkeit der Frauen. Verstärkt sei die Wirtschaft wieder auf die Mitarbeit älterer Personen angewiesen. Ein längerer Verbleib im Erwerbsleben müsse daher attraktiver gestaltet werden als eine vorzeitige Pensionierung.

swissinfo und Agenturen

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