Crossair fliegt Verlust ein
Die Schweizer Regional- Fluggesellschaft Crossair ist im ersten Halbjahr 2000 zum ersten Mal seit acht Jahren in die roten Zahlen geflogen. Wie Crossair am Donnerstag (24.08.) in Basel mitteilte, resultierte ein Verlust von 6,1 Mio. Franken.
Vor allem die hohen Treibstoffkosten machten der Regionalfluggesellschaft zu schaffen. Auch der Umsatz entwickelte sich nicht erwartungsgemäss.
In den ersten sechs Monaten musste die Crossair einen Verlust von 6,1 Mio. Fr. verbuchen, wie die SAir-Tochter mitteilte. Alleine die Kerosinkosten seien um 105 Prozent oder 43 Mio. Fr. gestiegen, so die Crossair. Es sei nicht gelungen, diese sprunghaft gestiegenen Mehrkosten zu kompensieren.
Auch der hohe Wechselkurs für den US-Dollar belastete das Ergebnis laut den Angaben der Crossair. Die Währungseinflüsse schlugen auf das Halbjahresergebnis danach mit etwa 14 Mio. Fr. negativ zu Buche.
Mageres erstes Quartal
Der Umsatz im Flugbetrieb stieg im ersten Halbjahr um 11 Prozent auf 564,8 Mio. Franken. Für die Kapazitätsausweitung um fünf Flugzeuge war das Wachstum aber zu gering, so dass die durchschnittliche Sitzauslastung von 53 auf 51 Prozent sank.
Insbesondere das erste Quartal lag unter den Crossair- Erwartungen. Dagegen machten sich im zweiten Quartal die Anpassungen im Streckennetz und die aus saisonalen aber auch aus konjunkturellen Gründen höhere Nachfrage bemerkbar.
Um 27 Prozent zugenommen haben ausserdem die Anzahl der Anschlussreisenden an der Drehscheibe «Eurocross» auf dem EuroAirport Basel-Mülhausen. Um 16 Prozent abgenommen hat allerdings das Charter-Passagieraufkommen, dies wegen Abbau von
Kapazität in diesem Bereich.
Jahresergebnis ungewiss
Ob im Gesamtjahr noch schwarze Zahlen erreicht werden könnten, sei schwierig zu sagen, sagte Crossair-Sprecher Manfred Winkler auf Anfrage: «Wenn die Entwicklung der letzten zwei Monate im kommenden Halbjahr anhalten würde, könnte es gut rauskommen.» An der Bilanzpressekonferenz im April hatte Crossair noch auf einen Jahresgewinn von rund 50 Mio. Fr. gehofft.
Zur Verbesserung des Ergebnisses wurden bereits im ersten Halbjahr Massnahmen wie die Optimierung des Streckennetzes, Tariferhöhungen und Kostensenkungen eingeleitet. Diese Massnahmen sollen nun im zweiten Halbjahr voll wirksam werden.
Verhandlungen mit Piloten gehen weiter
Mit rund 3 Mio. Fr. belastet wird das Ergebnis des zweiten Semesters wegen der Lohnzugeständnisse an die Piloten, wie es weiter heisst. Im Juni war beschlossen worden, die Löhne der Piloten um fünf bis 18 Prozent zu erhöhen.
Die Verhandlungen mit den Piloten dürften sich weiter hinziehen. In den nächsten Tagen werde der Entscheid erwartet, dass der bestehende GAV um einen weiteren Monat verlängert wird, sagte Winkler. Abgewartet werden muss insbesondere noch ein Gutachten der Universität St. Gallen, das die Grundlagen für den neuen GAV bilden soll.
swissinfo und Agenturen
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