Die intelligente Milchtüte
In Zukunft wird nicht mehr der Mensch einschätzen müssen, ob seine Bohrmaschine nächstens den Geist aufgibt oder ob die Milch schlecht geworden ist: Der Milchtüte wird ein Chip eingepflanzt, der angibt, wenn die Milch sauer ist.
Gegenstände sollen eine intelligente Eigenschaft erhalten, indem ihnen ein weitgehend unsichtbarer Mikrocomputer mit Daten und Software sowie kleinsten Sensoren, Sendern und Identifikations-Chips eingesetzt wird. Diese schlauen Dinge nehmen Informationen aus ihrer Umgebung auf, verarbeiten und versenden sie.
Mobile Lab oder M-Lab nennt sich das Gemeinschaftsprojekt von ETH Zürich, Hochschule St. Gallen und Partnern aus der Wirtschaft, das «dumme Dinge» in «intelligente» umwandeln will. Seit Anfang Juli gibt es ein Kompetenz-Zentrum.
Optimierung von Geschäftsprozessen
Im Gegensatz zu Geräten im Haushalt, denen eine gewisse technische Reaktionsfähigkeit verliehen wurde – zum Beispiel der «intelligente Kühlschrank» -, will sich das M-Lab auf betriebswirtschaftliche Anwendungen für diese schlauen Gegenstände konzentrieren.
Bei einem Einkauf in einem Supermarkt kann zum Beispiel der mit einem Mikrocomputer ausgestattete Einkaufswagen erkennen, was für Produkte in ihm liegen und wie viel sie kosten. Oder im Spital erkennen die an der Verpackung der Blutkonserven angebrachten Sensoren, wenn die Konserve wärmer wird oder ihr Ablaufdatum bevorsteht.
Partner vom M-Lab aus der Wirtschaft sind unter anderem Novartis, Volkswagen und das Informatikunternehmen SAP. Die wichtigsten Anwendungs-Bereiche für die Mikrocomputer in den Produkten seien Quellen-Nachweis, Fälschungs-Sicherheit, Diebstahl-Vermeidung, Wartung, Reparatur und Überwachung.
Innovationsschub für E-Business
Die Forscher sprechen bei solchen Anwendungen noch von Visionen. Das so genannte Ubiquitous Computing – das allgegenwärtige Berechnen – soll aus der Sicht der Wissenschaftler die Basistechnologie für den nächsten Innovationsschub nach dem E- Business werden.
Die Folge davon seien neue, heute kaum vorstellbare Geschäfts-Prozesse, die Kunden wie Lieferanten einen hohen Zusatznutzen stiften, sind die Forscher überzeugt.
swissinfo und Agenturen
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